Archiv für April 2011

Neuer Film von Thomas Frickel

„Die Mondverschwörung“ heißt der neue Film von Thomas Frickel, der eine Garantie dafür bietet sich köstlich zu amüsieren. Wer sich bei Goethe light schief gelacht hat, wird sich den Film nicht entgehen lassen. Idiotische Nazis, die im listigsten Ton ernsthaft befragt werden, um sich dann vollends zu entblöden … so kennt man Thomas Frickel. Und wie das so ist, in Rüsselsheim, hat es bisher wohl noch niemand mitbekommen, dass ein echtes Rüsselsheimer highlight bevorsteht. Die Lokalpresse berichtet lieber von der Forderung nach einem Rüsselsheimer KFZ- Kennzeichen, was hier als absoluter Spitzenwert für die Rüsselsheimer Kulturlosigkeit oder anders ausgedrückt, für die Verluderung der Rüsselsheimer Kultur zu werten ist.
Frickel tourt offensichtlich mit seinem Film zuerst im Norden (ein Trailer ist hier zu sehen). Erst Ende April wird der Film im Rhein-Main-Gebiet (Mainz und Frankfurt!) Begeisterung auslösen.
Rüsselsheim gibt sich für den Film nicht die Ehre und bleibt ein weißer Fleck für das anspruchsvolle Kino. Außerdem stimmt es nicht, dass OB Gieltowski (SPD) zum Ende seiner Amtszeit ein kommunales Kino in Rüsselsheim einrichten möchte. Wahr hingegen ist, dass genau die Forderung danach bei nicht wenigen Rüsselsheimer Cineanisten erhoben wird.
Eine Filmbesprechung ist beim sehr bürgerlichen Deutschlandfunk zu hören. Lesen kann Mensch es hier.
Premiere mit Thomas Frickel in Frankfurt am 27. April läuft dort bis zum 11.Mai. In Mainz ab dem 28. April genauso in Darmstadt jeweils bis 4.Mai.

Broschüre : Block Fascism

Insgesamt 137 politische Morde gingen seit der Wiedervereinigung auf das Konto deutscher Faschisten. Eine Zahl, über die es sich lohnt länger nachzudenken. Nazis versuchen aktuell durch den Aufbau „national befreiter Zonen“, mittels Terror gegen MigrantInnen und Andersdenkende, sowie braune Massenaufmärsche den gesellschaftlichen Kampf für sich zu entscheiden.
Diese Broschüre von Linksjugend [’solid] NRW und DIE LINKE.SDS ist gedacht zur gemeinsamen Lektüre in den Gruppen, oder auch zum Selbststudium daheim. „Block Fascism“ soll helfen, Zusammenhänge und Geschichte der modernen Faschisten zu beleuchten, aber auch ein Beitrag zu einer antifaschistischen Praxis sein. (mehr…)

Graue Wölfe

Nicht nur an der Fachhochschule in Frankfurt versuchen türkische Faschisten an Einfluss zu gewinnen.
Wie dies geschieht, beleuchtet ein Artikel in der lotta aus NRW.
Sowie zwei weitere Artikel aus der Bürgerpresse: FNP und die FR.
Ein überaus nützliches Buch über die Grauen Wölfe wird demnächst im Unrast-Verlag aus Münster erscheinen.

Buchvorstellung: Revolution und bewaffnete Kämpfe

Am Samstag, den 16. April wird um 20 Uhr Bernd Langer sein Buch
„REVOLUTION und bewaffnete Aufstände in Deutschland 1918 – 1923″ im ExZess in Frankfurt, Leipziger Str. 91 vorstellen.

Ein Auszug aus dem Buch ist auf den Seiten der jW zu lesen oder als PDF-Datei hier.

Wer nicht lesen kann, kann hier hören:
Audio 1 (52,8 MB)
Audio 2 (46 MB)
Audio 3 (20,7MB)

Und noch mehr zum hören bei den freien Radios

Voll peinlich: Rüsselsheimer Volksbank-Chef Weber

Anlässlich der Stolpersteinverlegung für die jüdische Familie Mayer in Rüsselsheim hat die Rüsselsheimer Antifa eine Presseerklärung veröffentlicht. In die Presse ist die zwar nicht gelangt, dafür war die Erklärung aber Auslöser für einen neuen Bericht in der „Main-Spitze“. Und genau dort, blamiert sich Volksbank-Chef Weber, so gut er kann. Zum Kaufpreis für das in einer Zwangssituation verkaufte Haus der Mayers, weiß der gelernte Banker noch nicht einmal, ob der „Preis fair war“. Seinen Vorgänger im Amt beschreibt er sogar als „Befreier“ der jüdischen Familie Mayer – allerdings nachdem die Nazis bereits alles zerstört hatten und im Siegesrausch davon gezogen waren! Die 4000 Mark, die die Volksbank elf Jahre später, 1947, an die Familie Mayer zahlte, sieht Weber nicht als „Indiz“ für die radikale Ausnutzung der Notsituation der jüdischen Familie. Zum Glück für die Volksbank, wollte der jüdische Vorbesitzer nach 1945 nicht in das Täterland der Nazis zurückkommen, weil dann, wären „alle Investitionen (für die Bank)… verloren“ gegangen. Oder anders ausgedrückt: die Wertsteigerung wäre futsch. Die ist aber gerade dem Vorbesitzer Mayer durch Nazis und Volksbank entgangen. Mit den 1947 gezahlten 4000 Mark ist die Rüsselsheimer Volksbank mehr als billig davon gekommen.

Aber Weber, von der Rüsselsheimer Volksbank, kann noch besser. Er sieht keinen Anlass für eine Entschuldigung. Damit würden ja die Nachfahren! vom damaligen Volksbank-Direktor Schmitt „Unrecht“ erfahren. So war es allerdings bei den Nazis, dass Familienangehörige mit bestraft wurden. Das scheint Weber noch nicht kapiert zu haben. (mehr…)

Vortrag zu den „Grauen Wölfen“

Die türkischen Faschisten treiben auch im Rhein-Main-Gebiet ihr Unwesen. Mehrere Berichte in den Medien haben dazu berichtet. Am Mittwoch, 13. April, 18:30, findet in der FH Frankfurt, Café Kurzschluss ein Vortrag dazu statt. Mehr dazu.

Rüsselsheimer Parlamentschefin ehrt kommunistischen Widerstand

(Bild links: Albert Steube)
Bei den vorangegangen Verlegungen der Stolpersteine hat der amtierende Oberbürgermeister, Stefan Gieltowski (SPD), es unterlassen kommunistische Widerstandskämpfer, wie z. B. Zängerle, Schmitt oder Heizenröder mit seiner Anwesenheit zu würdigen. Die Antifa in Rüsselsheim hat darin nicht nur eine grobe Verletzung seiner Repräsentationsaufgaben gesehen und dies mit einer Presseerklärung kritisiert.
Deshalb war für antifaschistische Kreise die erneute Verlegung der Stolpersteine für KPD-Mitglieder von besonderem Interesse.
Erstmals übernahm die amtierende Stadtverordnetenvorsteherin, Renate Meixner-Römer (SPD), den offiziellen Teil für die Stadt Rüsselsheim. Nach der Eröffnung der Stolperstein-Verlegung hat Frau Meixner-Römer durch ihre Anwesenheit bei den beiden Kommunisten, Albert Steube und Friedrich Meister sicherlich nicht nur das Wohlwollen der Familienangehörigen der Kommunisten erworben. Waren doch KPD- und SPD-Mitglieder die ersten politischen Gegner, die die Nazis in den KZs quälten und ermordeten.
Viele Sozialdemokraten verdankten Kommunisten ihr Überleben dort. Die Erfahrung des Faschismus führte u.a. zur Einheitsgewerkschaft (DGB) und zu Bemühungen einer einheitlichen Arbeiterpartei. Unvergessen auch der Schwur von Buchenwald, in dem Sozialdemokraten, Kommunisten u.a.m. schworen: Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel“.
Renate Meixner-Römer bewirbt sich um die Nachfolge von Oberbürgermeister Gieltowski.