Neue SPD-Spitze bleibt dem Nazi Köbel treu

Am Samstag durfte die Rüsselsheimer Bevölkerung in der Main-Spitze Neues von den politischen Spitzen im Rathaus lesen.
Während sich die Antifa rühmen kann die Forderung nach einer wissenschaftlichen Aufarbeitung von Köbels Wirken durchgesetzt zu haben, und Bürgermeister Dreiseitel (Grüne) so tut, als wäre das die weise Erkenntnis des Magistrates, lassen die beiden SPD-Nachwuchspolitiker Nils Kraft und Jens Grode tief in ihre mangelhaften Geschichtskenntnisse blicken.
Die Alibi-Parteikommission von Siegbert Reinig (SPD), während des OB-Wahlkampfs im letzten Jahr berufen, bringt jedenfalls nichts zustande.
So stehen die jüngeren SPD-Männer Kraft und Grode ziemlich dumm da. Beide versuchen mit überaus dürftigen Mitteln sich irgendwie aus dem Schlamassel zu retten.
Nils Kraft (35), der wahrscheinlich demnächst zum Baustadtrat gewählt wird, verklärt Köbel einfach als „Kind seiner Zeit“. Wieso dieser dann gerade in seiner Partei Platz finden konnte, die reihenweise Mitglieder von Nazis umgebracht bekommen hat, bedenkt er nicht.
Er weiß sogar Köbel zu verteidigen: „Die (Köbel-) Halle sei „nicht nach dem jungen Köbel benannt“, sondern ihm in Anerkennung von Wiederaufbauleistungen gewidmet.“
Nach dieser Logik könnte man heute jeden Altnazi, der irgendwas nach 1945 „geleistet“ hat, bedenkenlos mit Ehrungen, Straßen- und Sporthallen-Namensgebungen, auszeichnen.
So denkt kein CDU/JU-Mann, sondern ein SPD-Aufsteiger wie Kraft.
Dabei hat Köbel gar keine Aufbau-Leistung in Rüsselsheim erbracht. Köbel hat erst ab 1954 die Früchte eines SPD-KPD und …? ja, CDU-Magistrates unter Dörfler (ein Opfer der Faschisten) eingefahren, die praktisch die Trümmern der Nazis beiseite geräumt haben, so Leute der Antifa, die auch zu berichten wissen, dass „die Nibelungentreue der SPD zu Köbel“ in seinen Traumergebnissen mit bis zu 64% bei den Wahlen begründet ist.
Doch weiter mit Kraft.

Schlimmer ist noch seine Aussage: „Vielleicht habe ich auch nur diesen Abstand in der Beurteilung Köbels, weil ich einer Generation angehöre, die nicht unmittelbar unter Folgen des Nazi-Regimes gelitten hat“, lässt Schlimmes befürchten. Hier hätte Kraft auch sagen können „was geht mich das an“ oder „alles Schnee von gestern“. Herr Wien von der Main-Spitze wird sich bestimmt sein Teil gedacht haben.
Jens Grode (46) will da natürlich gleichziehen. Immerhin hat er schon mal gehört, dass Luther ein Antisemit war, und stellt ihn auch gleich mit seiner Leistung mit Köbel auf eine Stufe.
Schließlich war Luther doch Reformator, oder nicht? Dass dieser historische Vergleich mehr als hinkt, ist noch nicht einmal der evangelischen Kirche in Rüsselsheim aufgefallen. Schließlich ist der Antisemitismus zu Luthers Zeiten etwas anderes, als der eliminatorische Antisemitismus der Nazis. Dann meint Grode sogar noch seine Partei rühmen zu müssen, weil sie sich mit der Nazi-Vergangenheit von Köbel auseinandersetzt (s.o.) und verweist auf die Untätigkeit der CDU und FDP in gleichen Belangen.
„Dann soll Jens Grode doch einen Antrag im Stadtparlament stellen“, heißt es bei der Antifa, die da fordert, dass alle Parlamentarier bis 1985 auf ihre Vergangenheit untersucht werden sollen. Dieser Forderung haben sich bisher alle Fraktionen, auch die Linke/Liste Solidarität verweigert. Selbst die deutlich höhere Nazi-Verseuchung von CDU und FDP, lassen SPD, Grüne und Linke nicht für die notwendige Aufklärung sorgen.

Bei der SPD also alles beim Alten.

Als Sieger im Ring dürfte sich zunächst die Antifa fühlen. War es offensichtlich parteiübergreifende Taktik den Fall Köbel einfach auszusitzen, hat die Antifa präzise ihre Interventionen an Angriffsflächen angesetzt. Darauf deutet auch hin, dass die Politiker bis 2014 abwarten wollten, und Köbel-Halle, Ehrengrab etc. einfach weiter akzeptieren wollten.

Mit den Äußerungen der beiden SPD-Führer haben die Rüsselsheimer Grünen auch so ihre Probleme. Köbel wäre aber sicherlich stolz auf die beiden. Wie es aussieht, wenn diese sich selbst beklatschen: Hier
Die Grünen haben bereits gegen einen weiteren Freibrief für Köbel Einspruch erhoben und dürften damit ihrem Koalitionspartner wieder einmal auf die Füße getreten haben.

Die Grünen dürften sich als der lachende Dritte in der Angelegenheit Köbel fühlen.

Share and Enjoy:
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email
  • Google Bookmarks

1 Antwort auf „Neue SPD-Spitze bleibt dem Nazi Köbel treu“


  1. 1 Rüsselsheimer CDU-OB will Studie zu NSDAP-Köbel als Erster präsentiert bekommen « Linke in Rüsselsheim Pingback am 13. Januar 2013 um 18:35 Uhr
Die Kommentarfunktion wurde für diesen Beitrag deaktiviert.