Archiv für Juli 2012

Sinkendes Schiff: Opel-Chef Stracke geht von Bord

Gerade mal ein gutes Jahr hat Opel-Chef Stracke die Geschicke des Autobauers in Rüsselsheim leiten wollen.
Jetzt flüchtet er mit den Worten: „Ich verlasse diese Position im Wissen, dass Opel/Vauxhall in eine gute Zukunft steuert – und freue mich, für GM andere Aufgaben zu übernehmen“.
Dieser Neusprech kann auch mit unüberwindbaren Problemen der Marke Opel, die zu seinem Rückzug geführt haben, übersetzt werden. Stracke hat sich praktisch auch klammheimlich in den Sommerferien verabschiedet, was darauf hindeutet, die Probleme nicht noch mehr verschlimmern zu wollen, für den absatzgeplagten Hersteller von Senioren-PKWs.
Damit wird die Verweildauer der „Spitzenkräfte“ bei Opel in Rüsselsheim auf knapp über ein Jahr (Reilly und Stracke) begrenzt.

Verhandlungen über die Angleichung der Amtszeiten von Opel-Vorstand und Rüsselsheimer SPD stehen noch aus. Auch bei der SPD ist die Halbwertszeit ihrer „Spitzenkräfte“ extrem kurz.

Gegen Nazi-Zeitungen

Die ver.di Jugend hat eine neue Arbeitshilfe im Kampf gegen die extremen Rechten entwickelt. „Aktiv gegen extrem rechte Zeitungen“ klärt über rechte Printmedien auf, gibt Hintergrundwissen und praktische Tipps, um vor Ort aktiv zu werden. Die Arbeitshilfe wurde gemeinsam mit dem Antifaschistischen Presse-Archiv und Bildungszentrum Berlin e.V. (apabiz) entwickelt. (mehr…)

Ab in die Sommerpause mit Köbel (NSDAP/SPD)

Am 28. Juni hat eine Mehrheit von SPD, Grüne und Linke/Liste Solidarität dafür gestimmt, den Namen an der größten Rüsselsheimer Sporthalle zu belassen. Genau das Gegenteil war Sinn eines CDU-Antrages, der die sofortige Entfernung von Walter Köbel aus dem Rüsselsheimer Stadtbild forderte.
Damit bleibt das NSDAP-Mitglied und Nazijurist, Dr.Walter Köbel, den RüsselsheimerInnen auf unbestimmte Zeit als überregionales Aushängeschild werbewirksam erhalten.

In der Debatte um die Person von Walter Köbel wurde allerdings deutlich, dass bei den Stadtverordneten nicht nur eine Unkenntnis über Nazijuristen im Faschismus herrscht. Gleichfalls wurde deutlich, dass der unausgesprochene Wunsch nach einem Faschismus ohne Judenvernichtung u.ä.m., bei dem der frühere Bürgermeister eben dabei war, herbeigesehnt wird.
Dafür kann es in Rüsselsheim die Absolution für den Nazi Dr. Walter Köbel geben. Eingedenk der Möglichkeit, dass dem Nazijuristen auch wegen zerstörter Dokumente eventuell keine „individuelle“ Schuld nachgewiesen werden könnte. Dies ist beispielsweise für die Tätigkeit Köbels am Darmstädter Landgericht der Fall.
Faschismus ist in Rüsselsheim eben nicht eine extreme terroristische Herrschaftsform, sondern nur ein System mit gewissen Auswüchsen, an denen aber nicht alle mitgemacht haben. Auch nicht die Nazijuristen!

So wurde auch von Stadtverordneten eröffnet, dass der angestrebte Diskurs in Rüsselsheim auch zu dem Ergebnis führen kann, dass die Verherrlichung des Nazis Walter Köbel bestehen bleiben könnte. (mehr…)