Archiv für Dezember 2012

Zum Todestag des Opel-Widerstandskämpfers Walter Rietig

Noch rühmt der NSDAP-Mann und Bürgermeister Walter Köbel mit Sporthalle und mehr, die Stadt Rüsselsheim. Allerdings gab es während des Faschismus im Rüsselsheimer Opelwerk den Widerstandskämpfer Walter Rietig, den die Nazis vor 70 Jahren in Berlin-Plötzensee hinrichteten.
In der „Main-Spitze“ wurde darüber berichtet, die Antifa ehrt Walter mit einem Flugblatt. Erster Artikel der Msp.

Eine offizielle Ehrung von Walter Rietig gab es wieder einmal nicht.

Zugezogene Nazis im Kreis Groß-Gerau

Mit Kai Wagner und Victoria Schult sind jetzt in Groß-Gerau (Stadtteil Dornheim) zwei Neonazis in der Niersteiner Str. 18 geoutet worden.
Das Flugblatt aus Dornheim, die Antifa Biblis, und mehr.

Samsung hat ein Imageproblem – aber auch das Neue Gymnasium in Rüsselsheim

UPDATE: Wie krass die Bewerbung eines Herstellers und seiner Geräte funktioniert, zeigt diese Pressemitteilung (openPR!). Vor den Schüler_innen scheinen die Lehrer_innen des NGs mit den Samsung-Geräten „versorgt“ worden zu sein. Mit Benennung des Modells unter Hinweis auf einen eher schlechten Test (weil die Produktionsbedingungen ausgeblendet blieben), strahlen die Lehrer_innen vor ihren Schüler_innen für Samsung in die Kamera. Das ist mal eine gelungene PR; mal richtig geäppelt!

Seit einigen Monaten wissen viele Menschen, die z.B. die ZDF-Sendung „frontal21″ gesehen haben, dass der Samsung-Konzern aus Südkorea wenig Probleme damit hat, wenn bei der Produktion von PCs, Handys usw. die Samsung- Mitarbeiter_innen an Krebs erkranken. Anstatt die notwendigen Arbeitsschutzmaßnahmen zu treffen, leugnet Samsung einfach.
140 schwer Erkrankte und über 50 Todesopfer wegen fehlendem Arbeitsschutz wurden gemeldet. Das ist für einen Konzern natürlich geschäftsschädigend, wenn das durch die Medien geht. Da müssen Gegenstrategien entwickelt werden.
Dafür lässt sich Samsung jetzt sein „Wohltäterimage“ mit lumpigen 15.000 Euro in Form von Tablet-PCs kosten, und will damit seine Verantwortung für tote und schwerkranke Samsung-Arbeiter_innen vergessen machen.
Das Neue Gymnasium in Rüsselsheim und die Schulleiterin, Maja Wechselberger, spielen dabei den willfährigen Helfer bei einer höchst billigen Werbeshow für den südkoreanischen Elektrokonzern. Das Neue Gymnasium hat nämlich „ganz uneigennützig“ von Samsung 40 Tablet-PCs erhalten.
Nicht nur, dass das Neue Gymnasium dabei zum Werbepartner eines ziemlich unverantwortlichen Unternehmens wird, setzt die Schule und deren Leiterin, die Schüler_innen in grob fahrlässiger Weise auch noch den Werbestrategien des Konzerns aus.
Schon bald werden die Schüler_innen die Welt durch ihre „Samsung-Augen“ sehen. Das frühe heranführen von Gymnasiasten_innen im Kindesalter an einem PC-Hersteller, wird sich für Samsung sicherlich auszahlen. Markterschließung und Kundenbindung sind hier sehr einfach zu erkennen. Dass dies vor dem Hintergrund mit Todesopfern in den Produktionsstätten von Samsung passiert, ist mehr als unappetitlich.

Und dagegen dürfte nicht nur die GEW sein.

Noch mehr skurriles vom Neuen Gymnasium

Opel: Kapital schlägt zu

Und das gleich im doppelten Wortsinne. 2016 soll in Bochum bei Opel die Produktion von ganzen Fahrzeugen vorbei sein. In rekordverdächtigen 40 Sekunden hat dies ein Kapitalistenknecht (Thomas Sedran) verkündet.
Allerdings war auf der Betriebsversammlung in Bochum eher Kampfgeist als Niedergeschlagenheit spürbar. Von Tumulten und mehr ist in Berichten zu lesen.
Was passiert, wenn sich ein IG-Metaller einem Kapitalisten in den Weg stellt, durfte ein Gewerkschafter am eigenen Leib erfahren. Würgen(!) und Umstoßen sind die Methoden des Kapitals, wenn ein einziger Gewerkschafter(!) versucht einen flüchtenden Boss, der schnell durch die Hintertür verduften will, zur Rede stellen möchte.
Nicht auszumalen, wenn Opelarbeiter_innen mal einen ihrer Bosse nett umfegen, oder nur mal kurz an die Gurgel packten. Gäbe es dann den Notstand? Müsste die Bundeswehr eingreifen?
Nicht nur Opelarbeiter_innen in Rüsselsheim sollten jetzt ihren Kolleg_innen in Bochum den Rücken stärken.

Die Gedenkstätte Ernst Thälmann in Hamburg braucht Unterstützung

Nicht nur wegen Wasserschäden u.a.m. braucht die Hamburger Gedenkstätte für den von den Nazis ermordeten KPD-Vorsitzenden, breite Unterstützung.
Wer will, kann dem Förderverein der Gedenkstätte beitreten. Spenden sind hier erwünscht:
Postbank Hamburg:
Konto-Nr. 1337 37-204, BLZ 200 100 20
Die Gedenkstätte bei Facebook.

Mo Yan, die Nobelvorlesung und die bürgerliche Doppelmoral

UPDATE: Als Beispiel der Medienkampagne soll hier die Kultursendung des Kleinbürgers „Kulturzeit“ dienen. Schon der Titel sagt alles: „Nobelpreisträger unter Beschuss“.

Die von Doppelmoral geprägte Verurteilung der bürgerlichen Mainstream-Medien anlässlich der Nobelpreisverleihung an den chinesischen Schriftsteller, Mo Yan, hat sich auch nicht nach seiner Vorlesung in Stockholm, gelegt.
Auf zwölf Seiten erzählt Mo Yan von sich und China. Wer möchte, kann hier nachlesen, was Mo Yan zu sagen hat.
Die Rüsselsheimer Stadtbücherei hat vier Werke des Nobelpreisträgers im Angebot. Es bleibt zu hoffen, dass gerade sein Werk „Der Überdruss“ und die kommende Neuerscheinung „Frösche“ den Leser_innen in Rüsselsheim zur Verfügung gestellt werden. Nur wer sein Werk kennt, sollte urteilen.