Archiv für Januar 2013

Damals wie heute: Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren!

Im Februar findet eine Veranstaltungsrundreise zu den Erfahrungen des Rotfrontkämpferbundes (RFB) statt.
Ein Film von 1967 klärt nicht nur über die Machtverhältnisse in der Weimarer Republik auf, sondern auch über die sinnvolle Verwendung eines Krückstockes. Sehen was nicht im Geschichtsunterricht vorkommt.
Einen Flyer mit Informationen gibt es hier.

Zukunftspapier der SDAJ – Imperialismus überwinden!

Die SDAJ hat ein Zukunftspapier erarbeitet und beschlossen. Selbstredend soll die Zukunft sozialistisch sein. Wer mehr z.B. über die Grundrechte der Jugend erfahren möchte, kann hier
downloaden
und lesen.
Außerdem startet die SDAJ einen Kunstwettbewerb für Kuba. Dazu hat heute Jule Westerheide, Mitglied in der AG Internationalismus der SDAJ, ein Interview in der jW geben.

Gedenkveranstaltung für die in Paris ermordeten Kurdinnen

UPDATE: Das kurdische Frauenbüro, Ceni, in Düsseldorf hat ein Dossier über den dreifachen Mord herausgegeben.

Mitglieder des kurdischen Vereins in Rüsselsheim haben bekannt gemacht, dass am kommenden Sonntag (27.01.) eine Veranstaltung zum Gedenken der ermordeten Kurdinnen ab 13 Uhr im „Global“ stattfindet. Eine deutsche Übersetzung ist angekündigt.

Unterdessen machen die französischen Behörden „den Bock zum Gärtner“. Die französischen haben angekündigt mit den türkischen Behörden zusammenzuarbeiten!
Weiter haben Politiker vor ähnlichen Morden in der BRD „gewarnt.“

Gedenkveranstaltung für Fidan, Sakine und Leyla
Sonntag 27.01.2013
13 Uhr
im Global Bischofsheim

Wo ist das?

Hände weg von unseren Jugendhäusern

In Rüsselsheim soll gespart werden. Damit geraten auch wieder einmal die Jugendtreffs der Stadt auf die Abschussliste. Am Samstag (26.01.) gibt es dagegen ab 19 Uhr bei freiem Eintritt(!) die Veranstaltung OPEN RAGE im Jugendhaus Dicker Busch im Hessenring 76.
Präsentiert werden : Elandor, Mr. Easy, Ballerband, Scarecrow, Friedenshaus und viele andere. Die Organisation hat ver.di übernommen.
Hingehen!

Erfolgreicher Demo-Auftakt in Rüsselsheim

UPDATE: Heute (12.02.)mault der DGB aus Rüsselsheim über die Demo.
„Sektiererisch“, kommt aus berufenen Munde, die selbst kaum Hundert Leute zu ihren 1.Mai Kundgebungen bekommen und selbst keine Friedensdemos etc. vorweisen können. Oder freiwillig den Lassalleplatz für die NPD freimachen (1.Mai2007!)

Am Samstag erlebte Rüsselsheim mal wieder eine Demonstration. Gibt es hier nicht so oft.
Doch deutsche Truppen im Ausland bringen auch in Rüsselsheim gute 150 Menschen gegen den Krieg in Syrien auf die Straße. Das ist um so bemerkenswerter, da die Organisator_innen einige Rüsselsheimer Gruppen vergessen haben darüber zu informieren. Kann also noch besser werden. Wie die Veranstalter_ innen ankündigen, soll es noch mehr Aktivitäten gegen die deutsche Kriegsbeteiligung geben. Mehr dann auch hier.

In Rüsselsheim werden Antifaschisten vergessen, Nazis gepflegt und umsorgt

Erst kürzlich durfte die Rüsselsheimer Öffentlichkeit erfahren, welche Tragödie die Familie des Opel-Widerstandskämpfers, Walter Rietig, durchlitten hat. Eine städtische Ehrung blieb selbstredend aus.
Beim NSDAP-Mitglied und Bürgermeister bis 1965, Walter Köbel, wird nicht nur geehrt und gerühmt (Großsporthalle, Büste, Ehrengrab, Porträt im Rathaus …), sondern die Familie des Bürgermeisters, nicht nur von der SPD, nein, auch vom CDU-Oberbürgermeister einfühlsam umhegt. Dagegen hat die Rüsselsheimer Antifa in einer Presseerklärung protestiert.
Die wurde im Rüsselsheimer Echo ziemlich sinnentstellt. In der Main-Spitze blieb die Erklärung bisher unveröffentlicht.
Von den Antifas ist dazu die Auskunft zu bekommen, dass „der CDU-OB jedes Fingerspitzengefühl im Umgang mit der Nazivergangenheit von Köbel verloren hat“. Wer nach anderthalb Jahren, die nicht in Rüsselsheim wohnende Familie, des NSDAP-Juristen vor der Rüsselsheimer Bevölkerung informiere, gleichzeitig aber den 70. Jahrestag der Hinrichtung von Walter Rietig durch die Nazis, ohne eine städtische Erinnerung, geschweige den einer Anteilnahme für die Familie des Widerstandskämpfers, verstreichen lasse, der „legt deutlich Zeugnis ab, welche politische Gewichtung ihm am Herzen liegt“.
Das politische Schauspiel, was mit „NSDAP-Köbel“, vor allem von CDU, Grüne und SPD getrieben wird, ruiniert nach dem NPD-Aufmarsch am 1.Mai 2007 in Rüsselsheim, erneut die öffentliche Wahrnehmung der Stadt.
Die Antifa schätzt ein, dass mit der Verschiebung der Vorstellung der Studie über Köbel Zeit gewonnen werden solle, vor allem für CDU und SPD. Der CDU-OB „hat genügend andere städtische Probleme und keine Mehrheit“, deshalb habe die selbst „stark nazibelastete CDU mit ihrem Antrag die Köbelhalle umzubenennen der SPD nur die Folterwerkzeuge gezeigt“. Außerdem weiß die Antifa, dass „die SPD viel für die Familie Köbel tut, was wir als Vertuschungsversprechen bezeichnen“. Mit dem öffentlichen Zugehen auf die Köbel-Familie will CDU-Burghardt sich „außerdem ein kommunalpolitisches Wohlwollen bei der SPD sichern“. Deshalb waren auch die Grünen, als SPD-Koalitionspartner „so empört“, weil man natürlich befürchte, dass „die Felle davonschwimmen“. Die Grünen wiederum würden, wie bereits im OB-Wahlkampf 2011, den Fall Köbel nur dafür nutzen, um „Wahlkampf für den bevorstehenden Landtagswahlkampf und ihren Kandidaten Dreiseitel zu machen, ohne jemals bei Köbel richtig zu Potte zu kommen“.
„CDU-OB Burghardt hat jedenfalls alle Angehörigen der Verfolgten des Naziregimes, mit seinem öffentlichen Kuscheln mit der Köbel-Familie, zutiefst beleidigt. „Das Stadtoberhaupt hat in dieser repräsentativen Frage voll versagt“, so die Antifa-Leute.
Dennoch will die Antifa eine weitere Ehrung des Nazijuristen Dr. jur. Köbel nicht unwidersprochen hinnehmen.

Rüsselsheimer CDU-OB will Studie zu NSDAP-Köbel als Erster präsentiert bekommen

UPDATE: Nicht termingerecht abgeliefert und aus Verantwortung der Familie Köbel (!) gegenüber, so der CDU-OB in seiner Begründung für die Absage.

Was sich der Rüsselsheimer Magistrat seit mehr als anderthalb Jahren im „Fall Köbel“, ein Mann mit NSDAP- und späterer SPD-Mitgliedschaft leistet, ist nicht nur schlechtes Theater, sondern eher eine ganz billige Soap-Opera.

Wurde noch vor wenigen Tagen eine „Präsentation“ der Untersuchung von Sabine Kühn im Rathaus angekündigt, folgt jetzt postwendend die Absage. Kein geringer als der CDU-OB Burghardt unterbindet die für kommenden Mittwoch vorgesehene öffentliche Präsentation der wissenschaftlichen Arbeit.
Damit leistet OB Burghardt den Grünen und der SPD einen Bärendienst. Nachdem SPD und Grüne ab 2011 alles unternommen haben um jede Aufklärung über die Nazi-Vergangenheit des SPD-Bürgermeisters Köbel zu verhindern, brachte die CDU sogar einen Antrag zur sofortigen Namensänderung für die Köbelhalle ein.
Allerdings waren solche Vorstöße, genauso wie der Grünen-Antrag 2011 eine Untersuchung zu Köbel zu veranlassen, nie das Papier wert auf dem es stand. Der Grünen-Antrag wurde sogar einstimmig beschlossen, nur ein Jahr lang passierte nichts. Auch die Linke-Fraktion im Stadtparlament zeigte deutliches Desinteresse.
Wenn sich jetzt die Grünen so sehr über das Vorgehen des OBs aufregen, ist dem nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit zuzumessen, weil sie ihrem eigenen Antrag aus Juni 2011 nicht zur Umsetzung verhalfen. Damals noch in komfortabler Mehrheit mit der SPD im Magistrat. Dass die SPD als „Hauptbetroffene“ kein Interesse an der Aufklärung ihres Spitzenmannes bis 1965 hat, versteht sich von selbst. Blamiert haben sich nicht nur Meixner-Römer als SPD-Kandidatin für das OB-Amt, sondern auch gleich der neue SPD-Hoffungsträger Nils Kraft.
Hinter dem peinlichen Agieren des Oberbürgermeisters steht wahrscheinlich altbackenes Denken, als Erster informiert werden zu müssen, und dabei noch möglichst viel Schaden für die eigenen CDU-Nazivergangenheiten abzuwehren. Mit der vorrangigen Information für OB und Magistrat hofft die CDU natürlich auf möglichst viel Munition gegen den politischen Gegner.
Eventuell kann die Studie gar nicht mehr liefern, als das, was Antifa und „Main-Spitze“ recherchiert haben. Vielleicht ist genau das durchgesickert? Dann würden SPD und Grüne sicherlich alles beim Alten belassen wollen.
Eben Rüsselsheim!

Das Echo hat auch gefunkt.

Die Gewobau Rüsselsheim, ein städtisches Unternehmen, will nichts passendes haben?

Wer sich den Online-Auftritt der Rüsselsheimer Gewobau ansieht, der bekommt Reklameslogans wie „Raum für jede Lebenslage“, „Für jeden das passende Zuhause“, und sogar „Wir haben den Raum, Sie die Auswahl“. Das ist aber noch nicht genug, wird doch gleich mit „Unser Soziales Management bietet in außerplanmäßigen Lebenslagen … Beratung und nimmt sich der Anliegen unserer Mieter … an“, gebuhlt.
Es wird aber nicht jedem geholfen. 6400 Wohnungen hat die Gewobau in Rüsselsheim und findet für eine in Not geratene Familie kein „passendes Zuhause“, und kann angeblich nicht die wohlfeil gepriesene „Auswahl“ für Wohnungssuchende bieten.
Schlimmer noch, was Güler Türkmen mit ihren Kinder wiederfahren ist, zeigt eindeutig die Schattenseiten nicht nur am Rüsselsheimer Wohnungsmarkt.
Zuletzt wohnte die Familie in den „Opelmietshäusern“ in der Alzeyer Straße. Dort wurde sie mitsamt den Kindern fristlos gekündigt. Seitdem lebt die Familie in einer Pension in zwei Zimmern. Versuche an eine Wohnung der Gewobau zu gelangen, sind ziemlich kalt abgewiesen worden. Obwohl ältere Kinder ausziehen wollen, verbarrikadiert sich die Gewobau-Sprecherin Petra Löhr, hinter Vorschriften, wie „wenn eine so große Familie eine Sozialwohnung braucht, muss diese eine entsprechende Größe aufweisen. Das ist vom Gesetzgeber vorgeschrieben“ und meint damit samt Gewobau nichts machen zu müssen. (mehr…)

Kaltblütig in Paris erschossen

UPDATE: Bericht zur Pariser Demo am Wochenende.

Drei kurdische Aktivistinnen sind gestern in Paris umgebracht worden. Neben Fidan Dogan und Leyla Söylemez wurde auch die PKK-Mitgründerin, Sakine Cansiz, durch Kopfschüsse hingerichtet.
Frau Cansiz war in Rüsselsheim keine Unbekannte. In den besseren Zeiten des Jugendhauses Dicker Busch war Sakine Cansiz auf Veranstaltungen im Juzi zu Gast.
In der kurdischen Community in Rüsselsheim herrschen Trauer und Bestürzung.

Wer waren die ermordeten kurdischen Aktivistinnen?

Kurzbiographien
Die 1958 in Tunceli (Dersim) geborene Sakine Cansiz gehört zu den Gründungsmitgliedern der 1978 gegründeten PKK (Arbeiterpartei Kurdistan). (mehr…)

Der Film zum Buch „Briefe aus der Deportation“

Pierre Dietz hat die Schriften seines Großvaters William Letourneur herausgegeben.
Letourneur, ein Lederfacharbeiter, arbeitete im französischen Widerstand gegen die Nazis, die Frankreich besetzten. Denunziert, durchlitt er eine ganze Reihe von KZs bis nach Auschwitz.
Nach dem Buch, welches auf der Gegenbuchmasse 2010 im Exzess vorgestellt wurde, ist jetzt ein Film dazu produziert worden, der auf dem Online-Filmfestival zu sehen ist.
Der Film ist hier zu sehen.

Zum Buch.
Rüsselsheim-Kenner werden schnell entdecken, dass die Musik zum Film von keinem geringeren als Mimi Poulakis ist!