Archiv für November 2013

Der Welttoilettentag in Rüsselsheim

UPDATE: Es bleibt bei URINIEREN beim Juden. Soviel meldet die Stadt dazu.

Pinkeln statt Stolpersteine! Pinkeln statt Stolpersteine! Am Welttoilettentag der UN gibt es in Rüsselsheim ein öffentliches Klo auf früheren jüdischen Grund zu bestaunen. Verantwortliche aus dem Rathaus hatten die Stolpersteine für die Familie Nachmann (im KZ ermordet!) entfernt und stattdessen die Bedürfnisanstalt installiert.
Damit unterstreichen die Stadtverantwortlichen, dass es vor Ort keine besseren Plätze gibt, als vormalige jüdische Adressen, deren Leben ausgelöscht wurde.

Der Rüsselsheimer Skandal schlug hohe Wellen, weil zunächst die Stolpersteine verschwunden waren. Erst später wurde erklärt, dass diese im Rathaus „verwahrt“ wurden.
Für heute haben sich der CDU-OB Burghardt und die Stolperstein-Initiative zu einem Treffen verabredet. Die Initiative wünscht sich nicht nur „Garantien und eine Respektierung“ der Stolpersteine.

Kriegsgegner_innen machen Rabatz gegen Bundeswehr

Plakatreste Plakatreste Gegen einen Auftritt der „BigBand “ – Bundeswehrsoldaten mit Klampfen etc.- im Rüsselsheimer Stadttheater machen Kriegsgegner/innen mit Flugblättern und aktivem Eingreifen mobil.

Das Flugblatt gibt es hier.

Der für morgen(14.11.20 Uhr d. Red.) angesetzte Auftritt lässt antimilitaristische Kräfte gegen das Werben der Militärs nicht nur mit Aufklebern, Übersprühen und Zerstören der Bundeswehrplakate in die Offensive gehen. Der städtische Betrieb „Kultur 123″ hält dagegen, sammelte die antimilitaristischen Flugblätter ein und entfernte sofort alle angebrachten Aufkleber gegen den Militärevent im städtischen Theater.

Skandalöser sind allerdings die genaueren Umstände des Bundeswehrauftritts. Die Fäden für die Veranstaltung zog kein Geringerer als Ex-Verteidigungsminister Franz Josef Jung. (mehr…)

Rüsselsheim: Stolpersteine verschwinden und Klohäuschen wird daraufgestellt

Update: Die Schuldigen sitzen immer im Rathaus.
In Rüsselsheim wurden im Zuge einer Baumaßnahme Stolpersteine für eine jüdische Familie entfernt und an gleicher Stelle eine Toilettenanlage installiert.
Bei dieser Veränderung sind dann die Gedenksteine für die jüdische Familie Nachmann, die dort zuletzt lebte, „verschwunden“. Die Familie starb im Konzentrationslager.
Entsetzen herrscht bei der Stolperstein-Initiative, die den Vorgang „als respektlosen Umgang mit der Geschichte“ und „unsensiblen Umgang“ kritisierte. Die Initiative fordert den gesamten Ort „historisch adäquat“ zu würdigen. Was eigentlich nur bedeuten kann, dass die Toilette vor dem früheren jüdischen Wohnhaus verschwinden muss.
Wie bedenklich der Vorgang ist, zeigt auch, dass der Vorfall sich unmittelbar vor dem 75. Jahrestag der Pogrome gegen die jüdische Bevölkerung ereignete, als Nazis Juden beraubten und töteten.

Bleibt das öffentliche Klo dort, wird es sicherlich die beliebteste Bedürfnisanstalt bei Antisemiten und Rechtsradikalen, die auch noch auf die früheren Opfer urinieren dürfen.