Archiv für Januar 2014

Auch REWE hat kein Bock auf Betriebsrat

Die Liste der „betriebsratsfreien“ Betriebe im Rüsselsheimer Raum wird immer länger.
Mit dem jetzt umgemodelten „REWE-Center“ (früher TOOM) in Raunheim gesellt sich ein weiterer Betrieb zu den Arbeitsstätten mit eingeschränkten Rechten für Arbeitskräfte. REWE will dabei einen regionalen Betriebsrat nutzen, der großflächig für eine ganze Reihe von REWE-Märkten zuständig ist. Ver.di befürchtet dabei einen Abbau der örtlichen Betriebsräte, wie z.B. in Darmstadt bei TOOM/REWE, die in ihrer Filiale ohne eigenes Gremium dastehen. Der REWE-Konzern legt es also gezielt darauf an Betriebsräte und die Gewerkschaft Ver.di massiv zu schwächen.
Gegen diese Gangart von REWE haben die Darmstädter Betriebsräte geklagt. Von dem Klageweg abzubringen versucht die REWE-Gechäftsleitung einzelne Filialen des Konzerns. Von 30 TOOM-Märkten sind inzwischen die Hälfte „abgesprungen“, was für sich spricht.
Auch der Raunheimer REWE-Center steht „ohne“ da. Damit stehen im lokalen Bereich mehrere REWE-Filialen mit vielen Beschäftigten ohne betriebsnahe Interessensvertreter da, die nach § 3 BetrVG zu „einer wirksamen und zweckmäßigen Interessensvertretung der Arbeitnehmer“ ihre Ämter ausüben. Beim Einkaufen daran denken.

Auf der Liste der betriebsratsfeindlichen Betriebe in Rüsselsheim stehen: OBI, Kaufland, Hyundai, REWE u.a. …
Weitere Informationen im BR-Info Nr. 63 bei Ver.di .

UPDATE 20.09.2014: Aus für das Rewe-BR-Modell? Ver.di-Tarifvertrag zur Betriebsratsstruktur beim Rewe-Konzern rechtlich problematisch. Ehemalige Toom-Belegschaften wehren sich gegen überregionale Repräsentanz (mehr…)

Hilfe für die Erdbebenopfer von Van ist angekommen

UPDATE: Die Main-Spitze berichtet auch.

Am gestrigen Sonntag fand im Jugendhaus Dicker Busch eine öffentliche Pressekonferenz zur Hilfsaktion für die Erdbebenopfer von Van (Türkei) statt.
Auf der gut besuchten Veranstaltung wurde vor der türkischen und deutschen Presse von der Übergabe der Hilfsgüter in Van berichtet.
Bei dem Benefizkonzert in der Kantschule und weiteren Sammlungen der beteiligten Rüsselsheimer Gruppen konnte eine „überwältigende“ Summe von 31.128 Euro gesammelt werden.
Diese beachtliche Geldsumme wurde von zwei Rüsselsheimern direkt in das türkische Van gebracht. Hier leben vor allem Kurden. Dort wurden von dem Geld z.B. Nahrungs- und Reinigungspakete gekauft und an die Notleidenden verteilt. Für Kranke und Pflegebedürftige wurden 4.000 Euro zur Verfügung gestellt.
In einem informativen Bild- und Filmvortrag wurde nicht nur die Übergabe der Hilfe dokumentiert, sondern auch die Verwendung der Gelder durch Rechnungen belegt.

Die Pressemitteilung der türkischen und kurdischen Organisationen aus Rüsselsheim.

Kundgebungen für die ermordeten Kurdinnen von Paris

Am 9. Januar 2013 wurden die kurdischen Revolutionärinnen Sakine Cansiz, Fidan Dogan und Leyla Saylemez im Kurdistan-Informationszentrum im Zentrum von Paris ermordet. Der Mord ist bis heute nicht aufgeklärt.
Seit dem Anschlag ist fast ein Jahr gegangen. Die strafverfolgungsbehörden in Frankreich verschleppen die Ermittlungen offensichtlich aus Angst vor einer politischen Konfrontation mit dem NATOPartner Türkei. Frankreich trägt eine Mitschuld an dem Verbrechen. Sowohl der Tatort als auch die Mordopfer wurden von französischen Nachrichtendiensten überwacht. Der in Frankreich inhaftierte Tatverdächtige hat für den türkischen Geheimdienstes MIT gearbeitet.
Die Morde an den drei Frauen fielen in eine Zeit, in der die Hoffnung auf eine politische Lösung der kurdischen Frage in der Türkei neu aufgekeimt war. Seit Ende 2012 finden Gespräche zwischen dem türkischen Staat und Abdullah Öcalan als Repräsentant der kurdischen Befreiungsbewegung statt. Mit den Morden in Paris sollte der Friedensprozess sabotiert und insbesondere die kurdische Frauenbewegung eingeschüchtert werden. Für den Friedensprozess ist die Aufklärung des Anschlags wichtig, denn ohne Gerechtigkeit kann es keinen Frieden geben. Seit dem 9. Januar 2013 haben unzählige Demonstrationen und Kundgebungen stattgefunden, auf denen von den Verantwortlichen
des französischen Staates gefordert wurde, die Auftraggeber dieser Morde aufzudecken und zur Rechenschaft zu ziehen.
Anlässlich des Jahrestages des Anschlags finden europaweit Aktionstage statt.

Im Rhein-Main-Gebiet finden am Do. 9. Januar 2014 zwei Kundgebungen statt:

Frankfurt: 11–18 Uhr Hauptwache und von 14:30–15:30 Uhr vor dem Französischen Konsulat

Darmstadt: 11 Uhr Luisenplatz