Archiv für Juni 2014

Gewerkschaft stellt sich bei Real in Rüsselsheim auf

UPDATE 3.0: Globus macht was er will + Stadt hat keine Ahnung + OB Burghardt (CDU) findet es nicht „akzeptabel“, freut sich aber+

UPDATE 2.0: Globus will Real abreißen und den Tariflohn gleich mit!

UPDATE 1.0: Bericht im Echo über die Betriebsversammlung bei real.

Die inakzeptablen Reaktionen der Rüsselsheimer Kommunalpolitik – die von bloßen Bekundungen auf Papier (SPD), und einer Einladung vom CDU-OB hinter verschlossen Türen, bis zu „die Politik kann nur wenig helfen“ eines LINKEN-Sprechers(!) reichten – ist jetzt mit einer weiteren Information der Öffentlichkeit durch ver.di, Betriebsräten und der katholischen Betriebsseelsorge beantwortet worden.
Die Beschäftigten bei real dürften gut beraten sein, nicht nur die volle gewerkschaftliche Solidarität z.B. von IG Metall u.a. einzufordern, sondern sich sehr kreativ zur Wehr zu setzen.
Eine Linie könnte sicher sein real und Globus den Deal des Tages (Kündigung von 155 Leuten) so teuer wie möglich zu machen.

Hessentag 2017 in Rüsselsheim? NEIN DANKE!

UPDATE: Grüne, CDU, SPD pro Bundeswehr+Hessentag; nur LINKE „kritisiert“ lahm.

Mit einem „Geniestreich“ versucht aktuell CDU-OB Burghardt alle Rüsselsheimer Probleme zu lösen. Mit einem Schlag sollen ungelöste Schwierigkeiten wie z.B. Lachebad und das Opel-Forum mit einem 3,5 Millionen Zuschuss vom Land für den Hessentag aus der Welt gebracht werden.
Mit im Boot soll auch die Rüsselsheimer Autofirma Opel sein, die neben dem Land Hessen die nötigen finanziellen Beiträge leisten soll, weil Rüsselsheim bekannterweise „nichts drauf hat“.
Versüßen möchte OB Burghardt dieses Vorhaben damit, dass die Rüsselsheimer … wieder stolz auf ihre Stadt sein“ sollen und sogar „die schönen Seiten der Stadt wie Verna-Park, Festung und Mainvorland …“ den Gästen zeigen sollen. Also nicht die bekannten Schmuddelecken in Rüsselsheim. Außerdem möchte der CDU-Mann 2017 bei den OB-Wahlen wiedergewählt werden.
Das satte Minus der bisherigen Ausrichter des Hessentages möchte der OB mit der Aussage, „dass der Hessentag in Rüsselsheim die Stadt nichts kosten darf“, vernebeln.
Mit dem kränkelnden Autobauer Opel steht dem OB aber ein unsicherer Kantonist zur Seite, der zunächst selbst sehen muss wo er bleibt.
Was bei dem angestrebten Hessentag besonders schwer wiegt, ist, der massive Einsatz der Bundeswehr auf dem Hessentag. Die Bundeswehr stellt nicht nur Bühnen und Großzelte auf dem Hessentag auf, sondern beteiligt sich mit vielfältigen militärischen Gerät, Propaganda für das Militär und anderen Kriegsbelustigungen für weltweite Kriegseinsätze an dem „Fest der Hessen“.
Rüsselsheim braucht das sicher nicht. Kriegsgegner_innen werden außerdem nicht geduldet und schon mal mit dem Schlagstock bedroht.

Real in Rüsselsheim: Tariflohn bald weg – Niedriglohn ab 2016

UPDATE 2.0: Der CDU-OB und die hilflose? Kommunalpolitik.
UPDATE 1.0: Bericht in der Main-Spitze

Der Real-Markt im Rüsselsheimer Stadtteil Bauscheim wird zum Globus-Markt.
155 Real-Beschäftigte, die bisher Tariflohn, Betriebsrat und Gewerkschaft im Haus hatten, werden entlassen und dürfen sich 2016 „sehr gerne“ um einen Job unter Tarif „bewerben“.
Mit dieser Meldung heute, setzt sich in Rüsselsheim nicht nur im Einzelhandel die Richtung fort, Tariflohn zu umgehen, Gewerkschaften und Betriebsräte zu vermeiden. Tatkräftig unterstützt wird dies im Rüsselsheimer Rathaus.

Ein ver.di-Bericht (demnächst hier) „Ausverkauf ohne Ende“?:

„Die Revitalisierungspläne befinden sich im Entwurfsstadium und bedürfen hinsichtlich Inhalt und zeitlicher Realisierung der weiteren Planung und Abstimmung.“
Deshalb, schrieb die Globus Handelshof St. Wendel GmbH & Co. KG am 16. Juni 2014 an Real weiter, werde der Markt in Rüsselsheim „nicht übernommen“, das heiße, „die gesetzlichen Voraussetzungen des § 613 a BGB [Bürgerliches Gesetzbuch] werden somit nicht erfüllt werden.“
Globus kostete diese Mitteilung nur 55 Cent fürs Briefporto, während diese Absage der Übernahme die berufliche Perspektive von mehr als 150 Beschäftigten mit einem Schlag zerstört. (mehr…)

Vor 20 Jahren erschossen: Halim Dener

In Hannover wurde vor 20 Jahren der kurdische Flüchtling, Halim Dener, erschossen. Damals ist ein Bus aus Rüsselsheim nach Hannover gefahren.
Zum Gedenken an Halim gibt es in Hannover eine Gedenkdemonstration.
Ein Interview in der Jungen Welt dazu.