Archiv für Dezember 2014

Bauschheimer Real-Beschäftigte: Mit viel weniger Geld ins neue Globus-Leben

Der Gewinner ist ganz klar die Globus-Kette, die den Real-Markt in Rüsselsheim-Bauscheim übernimmt. So kann die Meldung gestern „Alle Real-Mitarbeiter werden übernommen“ beschrieben werden. Demnach können die Real-Mitarbeiter das Angebot von Globus annehmen und sich einen Low-Budget-Vertrag abholen. Dazu ist Globus sogar „nicht verpfichtet“, wie das Rüsselsheimer Echo den Einzelhandelskonzern noch wohlwollend zu Weihnachten, goldig erscheinen lässt.

Verloren haben 155 Beschäfitige bei Real ihren Tariflohn plus andere Rechte.
Die seit 1828 bestehende Einzelhandelskette aus dem Saarland hat die kapitalistische Methode den Profit zu erhöhen, indem die Löhne maximal gesenkt werden, optimal ausgenutzt.
Der Trick, Übernahme plus langfristigen Umbau, verschafft dabei den rechtlichen Rahmen im kapitalistischen System, um dann die gleichen Beschäftigten zu extrem günstigen Löhnen auszubeuten. Über das Globus-Lohnsystem mehr in Handeln Nr. 72.
Kurz: Gleicher Laden + gleiche Leute = Minuslohn für die gleiche Arbeit.

Die Posse um Rüsselsheims Oberbürgermeister Burghardt (CDU), der sich um vertrauliche Gespräche mit dem Konzern bemühte, um die Jobs mit Niedriglohn als weihnachtliche Bescherrung, zu präsentieren, passt ganz in das Bild, den Real-Laden dicht zu machen, um die Tariflöhne abzuschaffen. Im Rathaus wird mitgespielt.
In Rüsselsheim muss die Frage gestellt werden, wo den noch Tariflohn gezahlt wird?

GEWOBAU: Gebäudedämmung für den A…?

Rüsselsheims Wohnungsunternehmen, allen voran die städtische Gewobau, haben auf Kosten der Mieter_innen Häuser „wärmeisoliert“. Inzwischen gibt es von Experten kritische Stimmen dagegen.
Vor allem das bekannte Styropor (Polystyrol) ist nicht nur aus Umweltsicht ein Problem, sondern auch aus Brandschutzgründen sehr problematisch. Genau die Punkte, die in Rüsselsheim bei der Gewobau u.a. nicht berücksichtigt wurden („die Mieter zahlen ja“). Die groß verkündete Kostenersparnis bei den Heizkosten sind nach Rückmeldungen von Mieter_innen ebenfalls eine Luftnummer.
Dazu ein Radiobeitrag bei DLF und ein Beitrag der 3sat-Sendung nano.

Sakine Cansız „Mein ganzes Leben war ein Kampf“

UPDATE: Nächster Termin 27.04.2015 in Berlin um 19 Uhr mit Anmeldung 5 Euro Eintritt.

Der kurdische Frauenverein Ceni kündigt jetzt ein Buch von Sakine Cansiz für den 9. Januar 2015 an. Sakine Cansiz ist eine von drei Frauen, die 2013 in Paris ermordet wurden. Nach ihrer Haftentlassung in der Türkei war Sakine im Rüsselsheimer Jugendzentrum Dicker Busch zu Gast, wie hier bereits berichtet wurde.
Das Buch:
sakine cansız mein ganzes leben war ein kampf 1. band | jugendjahre Erscheinungsdatum 9. Januar 2015
Am 9. Januar 2013 stand die Welt für alle, die der kurdischen Befreiungsbewegung verbunden sind, einen Moment still.
Eine ihrer wichtigsten Persönlichkeiten, Sakine Cansız, war gemeinsam mit ihren Genossinnen Fidan Doğan und Leyla Şaylemez bei einem politischen Attentat in Paris ermordet worden. Das hier vorliegende Buch, der erste Band von drei Teilen, verfasste Sakine Cansız in den 1990er Jahren. Es ist ein bedeutendes Zeitdokument, denn es beschreibt die ersten Schritte einer Revolution aus der Sicht einer ihrer Protagonistinnen und bedeutenden Führungspersönlichkeiten. Gleichzeitig ist es der erste Teil der Lebensgeschichte einer großartigen Frau.

Paperback, 444 Seiten
Mezopotamia-Verlag
ISBN: 978-3-941012-98-1
Erhältlich auch bei Cenî