Archiv für Februar 2017

GALF fordert Freilassung des aus Flörsheim stammenden Deniz Yücel

UPDATE: Mal die taz
Aus der Main-Spitze:
Von Jens Etzelsberger

FLÖRSHEIM – Die Grüne alternative Liste Flörsheim (GALF) und die Kreisgrünen Groß-Gerau haben die Freilassung des aus Flörsheim stammenden Journalisten Deniz Yücel gefordert. Yücel, Türkei-Korrespondent der Tageszeitung Die Welt, wird seit vergangener Woche von der türkischen Polizei festgehalten.
Der 43-Jährige Yücel ist der erste deutsche Journalist, der seit Verhängung des Ausnahmezustandes in der Türkei in Polizeigewahrsam genommen wurde. In Flörsheim leben nicht nur seine Eltern, sondern auch seine Schwester und seine zwei Nichten. Zuletzt war Yücel im vergangenen Oktober anlässlich der Frankfurter Buchmesse in seiner Geburtsstadt.

In Rüsselsheim hat Yücel vor zwei Jahren, damals noch Mitarbeiter der Tageszeitung, im Rind bei der Veranstaltung „Hate-Poetry“ aus hasserfüllten Leserzuschriften zitiert. In seiner Jugend war Deniz Yücel für kurze Zeit auch Mitarbeiter der Main-Spitze.< !--more-->

NSU: Sechs tote Zeugen

NSU-Ermittlungen: Eine 46jährige Szenebekannte des Trios starb Anfang Februar. Sie wurde bereits eingeäschert
Von Wolf Wetzel

Schon vor dem jüngsten Todesfall im Dunstkreis der NSU-Ermittlungen konnte selbst die Reporterin der Welt-Gruppe, Hannelore Crolly, dieses Zeugensterben nur noch mit Sarkasmus aushalten: »Im Angebot als Todesursachen sind (…) zwei Suizide, einer aus Liebeskummer, einer einfach nur so, außerdem die Lungenembolie einer 20jährigen und der ›unerkannte Diabetes‹ eines V-Mannes im mittleren Lebensalter. Der starb, so die offizielle Version, aus heiterem Himmel am Zuckerschock.«

Als diese Zeilen im Februar 2016 geschrieben wurden, waren es vier – und wenn man den mysteriösen Feuertod des 18jährigen Arthur Christ hinzunimmt, fünf. Anders als die übrigen war Christ, ein mutmaßlicher Augenzeuge des Mordes an der Polizistin Michèle Kiesewetter, bereits Jahre vor der Aufdeckung des »Nationalsozialistischen Untergrunds« (NSU) in der Nähe von Heilbronn tot aufgefunden worden – im Januar 2009. Ob es Mord oder Selbstmord war, blieb unklar. (mehr…)

Bundeswehr von der Ausbildungsmesse vertreiben

Die Rüsselsheimer Ausbildungsmesse bekommt immer stärkeren Protest gegen die Bundeswehr. Bericht hier.
Ralph Keim überschlägt sich fast für die Bundeswehr im Echo. Und in der Main-Spitze nur eine Randnotiz.

CDU-OB Burghardt lädt „Kollegah“ nach Rüsselsheim ein

UPDATE: Diskussion mit „Kollegah“, Zentralrat und Schwulen?/ Gelöschte antisemitische Kommentare in der MSP.

“ „Viel haben wir über #Kollegah diskutiert, es wird Zeit, dass wir mit ihm diskutieren. In einem Telefonat am heutigen Tag habe ich ihn nach Rüsselsheim eingeladen. Ich freue mich, dass er die Einladung angenommen hat und sich der Diskussion stellt. “ So der Rüsselsheimer Oberbürgermeister gestern Nacht bei Facebook. Und das vor der entscheidenden Stadtverordnetensitzung. Einfach mal am Parlament vorbei regiert, um bei der OB-Wahl besser dazu stehen.
KEIN FORUM FÜR „KOLLEGAH“ IN RÜSSELSHEIM!

Rap-Night geplatzt

Mit nur einer Stimme Mehrheit haben Rüsselsheims Stadtverordnete die Absage von „Kollegah“ u.a. Rappern beschlossen.
Damit wurde untermauert, dass es im Stadtparlament trotz der veröffentlichen Texte und Positionen der Rapper, genügend Kommunalpolitiker gibt, die mit öffentlichen Geldern Frauenverachtung, Homophobie und Antisemitismus fördern möchten.

„Kollegah“ versucht Politiker und Zentralrat der Juden vorzuführen

UPDATE: Musikwissenschaftler sieht bei Kollegah antisemitische Inhalte.

Das Rüsselsheimer Echo gibt „Kollegah“ ganz exclusiv Platz für seine Sicht. Kurz vor der heutigen Stadtverordentenversammlung versucht er mit leicht widerlegbaren Feststellungen wie, dass in „13 Jahren Musikkarriere nie der Vorwurf des Antisemitismus auch nur im Raum stand“, behauptet sogar das sei NEU!
Zitate seien 13 Jahre alt und nicht ihm zuzuschreiben… und die Litanei gipfelt sogar darin, dass „Kollegah“ verhindern möchte, das der Zentralrat der Juden „womöglich tragischerweise mit in das Kreuzfeuer eines – zu verurteilenden – „Shitstorms“ gegen jüdische Menschen im Allgemeinen“ gerät. Kreuzfeuer auf Juden?!
Der Hessische Rundfunk hat bereits eine Sonderseite.

Rüsselsheimer Dolchstosslegende und die Rap-Night

CDU-OB Burghardt hat heute schon in der Main-Spitze orakelt „…dass einige „im politischen Raum“ Rüsselsheims mit einer „klaren Strategie“ vorgegangen seien, um die Rap-Night zu Fall zu bringen.“ Also die Rüsselsheimer Gegner_innen sind Schuld! Dabei haben die sich gar nicht gut angestellt. Warscheinlich braucht er jetzt ein Feindbild, weil die „jungen Parlamentarierer“ gar nichts bewegten. „Er lobt ausdrücklich die jungen Stadtverordneten, die im November fraktionsübergreifend einen Antrag zur Durchführung der Rap-Night eingebracht hatten, der schließlich auch Erfolg hatte. „Das hat mich am meisten beeindruckt“, daher tue es ihm besonders um sie leid.“ Ansonsten will er vom Druck der Landesregierung oder dem Zentralrat der Juden unbeeinflusst gewesen sein und nichts falsch gemacht haben. Eben Last Exit. Und täglich grüßt das Murmeltier in Gestalt der OB-Wahlen. Im RE.

„Kollegah“-Konzert vor der Absage

Nicht unerwartet kündigt der CDU-Oberbürgermeister von Rüsselsheim, Patrick Burghard heute an, die Rap-Night mit homophoben und antisemistischen Rappern, abzusagen. Eine ganze Reihe Gruppen (ANTIFA bis Katholiken, CDUlern und jüdischen Zentralrat) hatten dagegen protestiert.
O-Ton Burghardt: „Ich werde morgen der Stadtverordnetenversammlung empfehlen, ihre Beschlussfassung zur geplanten Rap-Night beim Hessentag zu revidieren und die Veranstaltung abzusagen. Ich habe auf Grund der anfangs positiven Rückmeldungen die Situation falsch eingeschätzt und die Dimension persönlicher Betroffenheiten unterschätzt“, erklärt der OB.
Eine Einschätzung folgt noch.