Archiv für November 2017

Kollegah kneift

Mit den Worten: „Ich würde auch nicht empfehlen, das jetzt noch zu machen. Aber es ist natürlich Entscheidung des Magistrats, ob ein weiterer Anlauf unternommen werden soll“, macht der abgewählte Oberbürgermeister Burghardt (CDU) den ganzen Wahnsinn um den Rap-Musiker Kollegah und seiner Hessentags-Entscheidung amtlich. Zuvor bekundete Burghardt, die Entscheidung pro Kollegah jederzeit wieder zu treffen. Nach dem Hessentag hatte Kollegah (mit der Kohle in der Tasche) wahrnehmbar keinen Bock mehr auf Rüsselsheim.

Grüne Kriegstreiber wieder am Werk

Am vergangenen Samstag konnte in Rüsselsheim der erste Beigeordnete des Kreises Groß-Gerau, Walter Astheimer (Grüne), eine Rede auf einer Friedensveranstaltung halten.
Mit belanglosen und nicht überprüfbaren Ankündigungen („Astheimer kündigte die Beteiligung des Kreises an Mahnwachen in Büchel an“) dürfte das Mitglied der grünen Kriegspartei persönlich gepunktet haben und der einladende „Friedenstreff“ einen weiteren Fehlgriff vollzogen haben - und die grüne Schlagseite derselben.

Die Grüne Partei gehört spätestens seit 1999 mit dem von den Grünen massiv durchgesetzten Krieg gegen Jugoslawien zu den Kriegsparteien. Alle deutsche Auslandseinsätze wurden von ihnen mitgetragen, ebenso alle Rüstungsexporte während ihrer Regierungsverantwortung mit der SPD.

Zurück zu Astheimer. Seine billigen Worte in Rüsselsheim stehen in einem ganz anderen Licht, wenn man sich an den Hessentag und die Bundeswehr mit Panzer und spielenden Kindern darauf erinnert. Kein Walter Astheimer der protestierte, sich blicken lies, aktiv wurde. Schweigen zu der Krieg beginnt hier. In seiner Verantwortung als zweithöchster politischer Repräsentant könnte der Kreisbeigeordnete einiges in die Wege leiten. Wie sieht es beispielsweise mit der Bundeswehr an den kreiseigenen Schulen aus?
Auch hier unternimmt Walter Astheimer von der grünen Kriegspartei selbstredend nichts.

Opel: Lohscheller soll Arbeitsplätze abbauen

UPDATE: „Angesichts dieser Taktik schwinde überdies in der Belegschaft das Vertrauen in die Ankündigungen von Opel-Chef Michael Lohscheller und PSA-Boss Carlos Tavares …“

„Michael Lohscheller ist verantwortlich. Er berichtet an mich. Mein Job ist, dafür zu sorgen, dass an den Schlüsselpositionen die richtigen Leute sitzen. Dass Leistung belohnt wird und Talente gefördert werden“ , so der PSA-Boss Tavares in der Südddeutschen.

Keine Kekse, IPhones u.a.m. und vor allem keine Arbeitskämpfe?
Das Prinzip Hoffnung
Opel-Zukunftsplan: Vorläufig keine betriebsbedingten Kündigungen und Werksschließungen
Jörg Kullosa in Unsere Zeit 17.11.2017

Opel-Vorstandsvorsitzender Michael Lohscheller weiß, wie man es macht. Als er das Spar- bzw. Sanierungsprogramm für Opel auf der Betriebsversammlung in Rüsselsheim in der vergangenen Woche vorstellt und von Einsparungen bei den Personalkosten spricht, sagt er: „Wir fangen bei uns an – die Treppe wird von oben gekehrt“. Die Botschaft ist klar: Wir müssen in schwierigen Zeiten zusammenhalten und alle unseren Beitrag leisten zur Sanierung des angeschlagenen Autoherstellers.
Seit der Übernahme von Opel durch den französischen PSA-Konzern lief die Gerüchteküche unter den Beschäftigten heiß, welche Pläne der neue Inhaber für die Opelaner hat. Und so war fast so etwas wie Erleichterung zu spüren, als die Grundzüge der neuen Zukunftsplan „PACE!“ vorgestellt wurden. Denn alle Pläne sollen ohne betriebsbedingte Kündigungen und Werksschließungen auskommen. Zunächst einmal. Ob das funktionieren wird, ist mehr als fraglich, denn die Einsparvorgaben sind hart. PSA-Chef Tavares sagt deutlich: Nur wenn die Restrukturierung den gewünschten Erfolg bringe, also Profitabilität der Marke Opel bis 2020, können Entlassungen vermieden werden.
Offiziell sind bislang wenige Details des Sparprogramms bekannt. Die Produktionskosten sollen um 20 Prozent gesenkt werden, pro Fahrzeug sollen 700 Euro weniger ausgegeben werden. Entscheidender Schritt dafür ist die Umstellung auf Produktionssysteme und Technologien von PSA. Statt der bisherigen neun Fahrzeug-Plattformen werden die Opel-Autos auf zwei PSA-Architekturen umgestellt. Die zehn verschiedenen Motoren- und Antriebsstrangkombinationen werden auf vier optimiert, die auf zwei PSA-Motoren basieren. Die Komplexität in der Fertigung wird reduziert, beispielsweise indem Ausstattungsoptionen eingeschränkt werden. Das bedeutet zwangsläufig weniger Arbeit für die Opelaner. Im ersten Schritt soll dies durch die Rückführung der insbesondere im Entwicklungszentrum in Rüsselsheim weitverbreiteten 40-Stunden-Verträge auf die tarifliche 35-Stunden-Woche aufgefangen werden. Außerdem werden Altersteilzeitprogramme auf weitere Jahrgänge ausgeweitet, Überstunden sind gestrichen und einige hundert Leiharbeiter werden nach Hause geschickt – so viel zum Thema „keine Kündigungen“. Damit die Arbeit in der Produktion trotzdem läuft, werden die auslernenden Auszubildenden ans Band übernommen. (mehr…)

Kein Hartz IV für CDU-OB

Rüsselsheims CDU-Oberbürgermeister Patrick Burghardt muss sich trotz verlorener OB-Wahl im September keine Gedanken um seine Zukunft machen. Eigentlich spricht vieles gegen eine steile Karriere des CDU-Politikers. So ist ihm sicher der Fehler anzulasten die OB-Wahl mit der Bundestagswahl 2017 zusammengelegt zu haben, oder seine vollmundige Ankündigung, dass durch den Hessentag in Rüsselsheim keine finanziellen Belastungen auf die Stadtkasse zukommt. Es sind dann aber Millionen geworden, die den Rüsselsheimer_innen jetzt fehlen.
Also ab zum Arbeitsamt?
Patrick Burghardt kann sich freuen. Trotz seiner Pleiten in Rüsselsheim geht es für den bekennenden Bundeswehr-Fan und Militaristen weiter steil nach oben. Burghardt wird Staatssekretär in der hessischen Landesregierung. Kassierte er zuvor als Rüsselsheims Oberbürgermeister ein Gehalt von B 6, haben in Rüsselsheims Wohngebiet „Blauer See“ sicher die Sektkorken geknallt. Burghardts Konto wird zukünftig, neben vielen anderen Vorteilen eines Staatssekretärs, nach B 9 in der Gehaltstabelle aufgefüllt. Sicher ein berechtigter Traum vieler Niedriglöhner_innen und Normalverdiener_innen mal gleich drei Gehaltsstufen mehr zu erhalten.
Unklar ist bisher nur, ob seine Rüsselsheimer Hütte günstig als Dank an Rüsselsheim abzugeben ist.