Archiv der Kategorie 'Rüsselsheim '

Reaktionäre Kulturförderung in Rüsselsheim

Satte 21 000 Euro hat die Stadtverwaltung in die Restauration und Technik des „Kurbelwellenmannes“ gesteckt. Die Bronzeplastik wurde 1938 vom Bildhauer Ludwig Spiegel hergestellt. Noch im letzten Oktober wusste man beim Echo: „die Ästhetik des Brunnens (erinnert) an eine sehr dunkle Zeit. …. tatsächlich: „Körperhaltung und Gesichtsausdruck entsprechen dagegen der für die NS-Kunst typischen Heroik“, steht auf einem Schild am Brunnen. Und weiter: „1939 war die Plastik auf der jährlichen NS-Ausstellung ,Große Deutsche Kunstausstellung’ in München ausgestellt.“ Sicher zur Freude von Führer und anderen Nazigrößen.
Jetzt wird das faschistoide Denkmal auch noch beleuchtet. Die Beleuchtung wurde von den trunkenen Winzerfreunden und der Adam Opel AG mit schlappen 2.000 Euro gezahlt. Ein Opel-Sprecher meint gar „dass der Kurbelwellenmann in neuem Licht erstrahlt“. Nazikunst bleibt aber Nazikunst. Und wissen das schon die neuen Herren von PSA? Die laufenden Betriebskosten übernimmt selbstverständlich die Stadtkasse .
Anfang 2015 hatte das Rüsselsheimer Rathaus bereits 20.000 Euro für die Sanierung des Opel-Denkmals von Emil Hub, der ebenfalls im Dienste der Nazis stand, gezahlt. Ak Kulturshok.

Die Rüsselsheimer Kulturfrage und der Hessentag

Nicht erlaubt ist in Rüsselsheim das Adam-Opel-Denkmal am Bahnhof für ein „Familientreffen“ des Künstlers Ottmar Hörl zu „umzingeln“. Emil Hub, der das Opel-Denkmal 1937 für eine „Nazi-Orgie“ in Rüsselsheim schuf, und ansonsten Hitlerbüsten und anderen Nazikitsch produzierte, bleibt ein Tabu nicht nur im Rüsselsheimer Rathaus. Hier wurde die Untere Denkmalschutzbehörde im Rathaus vorgeschickt. Die Auftraggeber dazu können bisher nur vermutet werden.
Rüsselsheimer KünstlerInnen beziehen sich dagegen auffällig positiv und geschichtsblind auf das Denkmal. Die spielen gerne mit beim unkritischen Mitmachen wie beim vergangenen Hessentag.
KünstlerInnen die was gegen Krieg haben und keine Bundeswehr auf dem Hessenfest haben wollen? Fehlanzeige! Dafür ängstliche Äußerungen von den Fördertöpfen abgeschnitten zu werden.
Sollen es doch die Auswärtigen tun!
Tamara Dauenhauer, immerhin eine Rüsselsheimer Kulturförderstipendiatin bekam ebenfalls kein grünes Licht für ihre Performances. „Nicht umsetzbar“, so die Zuständigen der Stadtverwaltung.
Auffällig bleibt dabei, dass nicht nur die Künstlerszene vor Ort zur Kritik unfähig ist. Gleiches gilt für die politische Szene aus Rüsselsheim, die sich nicht nur zu den genannten kulturellen Vorgängen in Schweigen hüllt. AK Kulturshok.

OB-Kandidat Walczuch bei Milli Görüs (IGMG)

UPDATE: „NEUER-OB“ sieht sich bei Facebook „verleumdet“ und kurvt als Bundeswehr-Befürworter mit einem Rüsselsheimer Produkt auf vier Rädern durch die Gegend.

Am 8. Juni hat sich der Oberbürgermeister-Kandidat Joachim Walzuch in Raunheim beim Hessischen Unternehmerbund (HUB) mit der islamistischen Milli Görüs (IGMG) getroffen. Anlass war u.a. eine Spendenaktion für Hasene, die auch der IGMG zuzurechnen ist. Ebenfalls zugegen war der FDP-Stadtverordnete Abdullah Sert. Beide klemmten sich für ein Fotoshooting auf ein Bild für türkische Blätter. Die türkischen Zeitungen Bizim Haber und Hayat verbreiteten die frohe Botschaft. Bei der OB-Wahl im September sollen für Stimmen aus dem islamistischen Spektrum Absprachen getroffen worden sein. So zumindest die Aussagen, die in der türkischsprachigen Community vor Ort zu vernehmen sind. „Jederzeit für Sie ansprechbar“ ist Walczuchs Motto, was er für den islamistischen Bereich deutlich belegt hat.

Milli Görüs (IGMG) wurde von dem Moslembruder Yusuf Zeyn el-Abidin gegründet. Ziel ist es ein islamistisches Regime aufzubauen. Ihre Zeitung Milli Gazete (Nationalzeitung) soll „unsere Mitbürger vor der Assimilierung im barbarischen Europa…“ schützen. Der offene Antisemitismus („Ein Jude unterscheidet sich von dem Satan durch nichts“) u.v.a.m. ist durch eine taktische Abkehr „entschärft“ worden. Die IGMG verfügte bereits 1994 über einen beachtlichen Immobilienwert von satten 100 Millionen DM. OB-Kandidat Walczuch ist Immobilienmakler. Das Jahresbudget der IGMG soll 1994 300 Millionen DM betragen haben.
Die Pressefreiheit in diesem Lande versucht die IGMG nicht nur durch Gerichtsverfahren zu behindern. So haben gleich mehrere Herren zusammen in dunklen Anzügen Redakteure der hiesigen Lokalpresse ungebeten aufgesucht. Grund hierfür waren Presseberichte die ihnen offensichtlich nicht passten.

Hessentag: Bundeswehr-Panzer besetzt

Junge Welt: Gekapert!

UPDATE: Echo-Bericht O-Ton Bundeswehr: „So lange niemand gegen geltendes Recht verstößt,… sagt einer für eine Truppe, die sich wenig an Recht hält. Die Main-Spitze: Polizeihilfe für kooperationswillige Demonstraten.

Aus Protest haben Kriegsgegner_innen und Mitglieder der SDAJ ein gepanzertes Fahrzeug der deutschen Kriegsarmee auf dem Hessentag in Rüsselsheim besetzt. „Wir lassen nicht zu, dass die Bundeswehr mit Kriegspropaganda auf einem großen Familienfest für Kriege wirbt und organisieren gemeinsam mit anderen Organisationen und Jugendlichen Proteste gegen den Bundeswehrauftritt am 10. Juni 2017. Wir fordern, dass die Milliarden statt in Rüstung in die Bildung gesteckt werden und dass jeder Jugendliche ein Recht auf einen zivilen Ausbildungsplatz hat“ so die SDAJ und ruft zu weiteren Störaktionen auf.
Eine mäßige „Friedensdemonstration“ am Sonnabend Vormittag wurde von unverhältnismäßigen starken Polizeikräften weg von der Bundeswehr stadtauswärts begleitet, äh gelatscht.

Rekordergebnis in Dersim gegen Erdogan

Mit satten 80,4% gegen die „Verfassungsreform“ von Erdogan hat Rüsselsheims „heimliche Partnerstadt“, Dersim (türk. „Tunceli“), dem Gernediktator deutlich in die Suppe gespuckt. Trotzdem bleibt das Referendum wegen Fälschungsvorwürfen umstritten. Auch die OSZE hat Grund zur Kritik. In der BRD lebende Türk_innen mit Wahlrecht in der Türkei sollen zu 63,1 % gegen die bisherige Verfassung und weniger Demokratie gestimmt haben. Wer das Rüsselsheimer Wahlergebnis der Ausländerbeiratswahl usw. im Hinterkopf hat, kann sich ähnliche Ergebnisse vor Ort denken.
Interessant bleibt auch, dass der europäische Teil der Türkei, der Westen, die Hauptstadt Ankara und der kurdische Osten mehrheitlich gegen Erdogan gestimmt hat. In den ländlichen Regionen, den Hochburgen der AKP, gewinnt Erdogan aber mehrheitlich. In Amed (Diyarkabir), die heimliche Hauptstadt der Kurden, konnte Erdogan trotz großem Auftritt und dumpfen Sprüchen nur 32,4% erreichen.
In Bursa, der Partnerregion von Hessen, der auch die Partei Die Linke, zugeneigt ist (!), gab es ebenfalls eine Mehrheit für Erdogan: 53,2%.

Bundeswehr Arbeitgeber mit Risiken und Nebenwirkungen

Von Horsta Krum

Die Bundeswehr wirbt junge Leute mit dem Versprechen »Hier sicherst du deine Zukunft und die von Deutschland«.

Zu Risiken und Nebenwirkungen

fragen Sie

beispielsweise die »Heimkehrer«, die von Auslandseinsätzen

verwundet oder mit einer PTBS zurückkommen

(posttraumatischen Belastungsstörung)

und die sich im zivilen Leben nicht mehr zurechtfinden.

Zur sicheren Zukunft von Deutschland: s. u.

In der Bundeswehr, so die Werbung, können Sie »­Teamgeist leben und persönlich wachsen«.

Zu Risiken und Nebenwirkungen

fragen Sie,

wie es um harte Rituale und sexuelle Belästigungen ­bestellt ist,

beispielsweise in der vierten Kompanie des Gebirgsjägerbataillons 231 in Bayern.

Dort wird gegen vier Unteroffiziere und zehn Mannschaftssoldaten ermittelt.

Dieser Fall ist beileibe nicht der einzige …

Die Kleidung der Bundeswehr-Angehörigen, so die ­Werbung, ist eine »neu entwickelte Kampfbekleidung mit ­Flammschutz, Insektenabwehr« usw., alles »in ­funktionellem Design« und »höchstmöglichem Tragekomfort«.

Zu Risiken und Nebenwirkungen

fragen Sie

die Männer und Frauen,

die sich ihre Schutzkleidung selbst kaufen.

Und zu »höchstmöglichem Tragekomfort« fragen Sie die Soldatinnen

mit kleinen Füßen. Für sie wird es vorläufig keine ­passenden Stiefel geben.

Die Werbung lässt gern Soldatinnen und Soldaten zu Wort kommen, die in der Bundeswehr ihren »Traumjob« ­gefunden haben, denen ihre Arbeit »Spaß« macht und für die es »nichts Schöneres« gibt. »Wenn ich mit meinem Eurofighter abhebe, dann ist das ein ganz besonderes ­Gefühl. Knapp 2.500 km/h und modernste Technik.
Zu Risiken und Nebenwirkungen

können Sie Tote nicht mehr befragen.

In den Auslandseinsätzen heißen getötete Zivilisten

»Kollateralschäden«.

Befragen, wie gesagt, können Sie diese nicht,

aber

Sie sollten sich nicht wundern

über zunehmenden Terrorismus.

jW 15.04.2017

Wohin entwickelt sich die Türkei?

„Free Deniz Yücel – Wohin entwickelt sich die Türkei“ heißt es am 11. April im Rind. Der „Freund/innenkreis Deniz Yücel Rüsselsheim“ hat zu diesem Thema den Politikwissenschaftler Errol Babacan, Redakteur des Türkei-Rundbriefes nach Rüsselsheim eingeladen. Los geht es um 19 Uhr.
Die Flörsheimer Mahnwache.

Ex-Kriegsminister wird Rüstungslobbyist

Franz Josef Jung (CDU) hat keine Lust mehr auf den langweiligen Bundestag. Jung sucht eine interessante Tätigkeit, bei der er seine ganzen Fähigkeiten des Politikgeschäfts einbringen kann. Und er ist fündig geworden. Eine Branche die in kapitalistischen Krisenzeiten immer boomt, ist die Rüstungsindustrie. Das Geschäft von Rheinmetall (die Kriegsproduktion) z.B. ist „noch profitabler“. Und genau da will Jung in den Aufsichtsrat.
Gierig ist der Konzern natürlich auf Hochrüstung, also die 2% der Wirtschaftsleistung, die in den Rüstungshaushalten verbraten werden sollen. Dabei kann Franz Josef Jung nun wirklich helfen. Allerings ist er nur einer von vielen.

Hält nichts von Gesetzen: Kaufland Rüsselsheim

Wie Ver.di bereits in der Kuckuck-Ausgabe im Februar öffentlich machte, hält sich die Einzelhandelskette weder an das Hessische Ladenöffnungsgesetz, noch an die gültigen Tarifverträge. Ver.di kann belegen, dass am 24.Dezember! noch um 14:29 Uhr an der Kasse geschuftet wurde. Das Gesetz sieht nur eine Ladenöffnungszeit bis 14 Uhr vor. Auch der Tarifvertrag sieht ein Arbeitsende um 14 Uhr vor.Wer allerdings am 24. Dezember gegen 14 Uhr einen Laden betritt, gehört ordentlich…

Skandal ohne Ende? Wohnhaus im Hassengrund 44

Im Juni letzten Jahres berichtete die Main-Spitze zuletzt über Rüsselsheims „berühmtestes“ Hochhaus und die Probleme der Mieter_innen dort. Jetzt gibt es Hinweise, dass nichts gut wird und das es für die Mietparteien dort unerträglich bleibt.
Schon rein äußerlich fällt der nicht instandgesetzte Wohnblock am Adam-Opel-Straße und Kurt-Schuhmacher-Ring-Kreuz auf. Vor Kurzem sind die Bäume um den Block radikal niedergemäht worden.
Aber wie lange braucht die GHG Immobilienverwaltung um eine einfache Sprechanlage funktionsfähig zu machen?
Ein fünf Wochen altes Schreiben zeugt von den laufenden Problemen. Vielleicht liegt es daran, den aller billigsten Reparaturservice zu suchen? Wird Zeit, dass das Haus zur Ruhe kommt und wieder unter städtische Kontrolle kommt.