Archiv der Kategorie ' Walter Köbel'

Wird Walter Rietig wieder verschachert?

Walter Rietig wurde von bezahlten Denunzianten aus dem Opelwerk verraten und dann von der Nazijustiz 1942 hingerichtet. In der Main-Spitze wurde jetzt öffentlich, wie verschiedene Politiker zu dem Widerstandskämpfer stehen.
Der DGB hatte sich in der Vergangenheit durch eine Unterschriftensammlung („Rietig statt Köbel“) mit nur wenigen Unterschriften vollkommen blamiert, so das es sogar in die Aufzeichnungen des Stadtparlaments eingegangen ist. Die CDU konnte da nur lachen. Auf diesen Kurs bleibt der DGB-Vorsitzende Bernd Schiffler, der jetzt „einen Brief“ an Parlament und Magistrat schreiben will.
Scheinbar amtsmüde fällt ihm nichts Besseres ein und meint sogar einen Grund darin zu sehen, dass Rietig seinen Widerstand mit dem Tod bezahlt hat und es deshalb keinen „besseren Namen“ gäbe. Hätte er überlebt – und dann?
Das Rietig bereit war sich mit Waffengewalt vom Faschismus zu befreien und deshalb geehrt hört, würde der DGB-Mann nie sagen. Walter Rietig suchte nämlich unter den Zwangsarbeitern Männer, die die Ein-Mann-Panzer im Opelwerk zur Selbstbefreiung von den Nazis fahren konnten.
Nicht viel besser äußern sich die Parteienvertreter_innen von den Grünen und WsR, die eher keine Meinung haben und alles mit Bürgerbeteiligung wollen. Die CDU ist ziemlich klar auf Sponsorengeld aus, würde also sicher Rüstungsfirmen o. ä. akzeptieren.
Die SPD und ihr Spitzenmann Nils Kraft sind zwar a.) für Rietig, b.) aber auch für einen Lokalsportler? und Kraft würde sich c.) gerne für eine „spürbare Unterstützung umstimmen“ lassen! Der Möchtegern-Bürgermeister Nils Kraft (SPD) würde also für Geld Walter Rietig wie die bezahlten Verräter von 1942, erneut verraten! Als Höhepunkt seiner Ausführungen meint er sogar noch zu Protokoll zu geben, dass für ihn das Waldstadion immer das Waldstadion bleibt. Kraft meint damit nichts anderes, als das die Großsporthalle für ihn immer die nach dem Nazijuristen Walter Köbel (NSDAP/SPD) benannte Halle bleibt. (mehr…)

Stadt Rüsselsheim patzt beim Nazi-Ehrenbürger

Beim Ehrenbürger der Stadt Rüsselsheim, den NSDAP-Bonzen, Jakob Sprenger, gibt es eine neue Entwicklung. Zwar titelt das Rüsselsheimer Echo falsch, weil zumindest das Fragezeichen fehlt, dennoch hat die Rüsselsheimer Antifa das Rüsselsheimer Rathaus wieder kalt erwischt.
Im Rathaus ist man sich sogar nicht zu Schade mit „Sprenger sei von der Aufstellung, auf der verstorbene Ehrenbürger aufgeführt sind und deren Ehrenbürgerrecht erloschen ist, heruntergenommen worden. Der genaue Zeitpunkt sei unbekannt, liege aber geraume Zeit zurück, teilt die Stadt mit“ an die Öffentlichkeit zu treten.
Weil er tot ist, wäre es erloschen und heruntergenommen von der „Ehrenliste“ wäre der NSDAP-Gauleiter auch, nur weiß man nicht wann. So unseriös hat sich das Rathaus schon länger nicht präsentiert. Wie zum Hohn gibt man auch noch eine Auskunft des hessischen Innenministeriums bekannt, wohl in der Annahme damit auf den rechten Pfad der Tugend zu sein.
Bei der Antifa herrscht sogar Freude über den Dilettantismus der Rüsselsheimer Stadtoberen vor. Eigentlich haben die Antifas auch damit gerechnet, dass die Rüsselsheimer Stadtpolitiker aus der Köbel-Affäre gelernt haben. „Macht nichts“, heißt es selbstbewusst bei der Antifa, „der Spaß wird nur umso größer, weil man die Rathaus-Politiker die nächsten Jahre gut treffen kann. Die haben ein Problem, nicht wir“, so die grinsenden Antifaschist*innen.

Nix mehr mit „WALTER KÖBEL“-Halle

Gestern hat die Stadtverordnetenversammlung beschlossen, die bisher nach dem Nazijuristen und NSDAP-Mitglied benannte Großsporthalle nicht mehr mit dem Namen von Walter Köbel zu ehren.
Nach fast zwei Jahren ging es mit der Entfernung des Köbel-Schriftzuges an der Halle ratz-fatz. Bereits heute Vormittag war der Name Walter Köbel abmontiert worden.
Übrig geblieben sind noch die Straßenschilder und wahrscheinlich die Köbelbüste in der Halle.
Das NSDAP-Mitglied Köbel hatte es im Faschismus bis zum Juristen – letzte bekannte Station: Oberlandesgericht Posen 1944 – gebracht. Ab 1932 begann für Köbel vom HJ-Führer (mit Goldenem HJ-Abzeichen), dann der Eintritt in die NSDAP (1937), einer Dissertation im Nazigeist und Mitgliedschaft bei den Nazijuristen (NSRB) eine vielversprechende Karriere während des Faschismus.
Eine Stellungsnahme hat die Antifa angekündigt.

UPDATE: Heute meldet das ECHO, dass die Büste des Nazijuristen
aus der Sporthalle entfernt wurde und „aufbewahrt“ wird.
So sind sie die Rüsselsheimer! Erst an Köbel festhalten bis zum geht nicht mehr und dann verheimlichen!

Eilmeldung: Liste Solidarität/Die Linke legt Antrag mit reichlich Verspätung vor

Wie heute der Lokalpresse zu entnehmen ist, stellt die Liste Solidarität/Die Linke einen Dringlichkeitsantrag um den Spuk für den Nazijuristen Walter Köbel zu beenden.
Im Mai 2011 legte die Landtagsfraktion der Linken in Wiesbaden eine Dokumentation vor, in der auch der Name des ehemaligen SPD-Bürgermeisters Walter Köbel auftauchte. Die Rüsselsheimer Antifa machte diesen Sachverhalt umgehend in Rüsselsheim öffentlich. Zunächst passierte reichlich wenig. Die Antifa tat sich schwer eine kritische Öffentlichkeit herzustellen. Erst Presseartikel in der Frankfurter Rundschau und in der Main-Spitze lieferten weitere Indizien für die Nazibelastung von Köbel.
Die Fraktion der Liste Solidarität/Die Linke hielt sich dabei sehr „bedeckt“ und gab schon mal grunddummes in der FR von sich. Dabei wurde die Liste sogar von den Grünen mit einem Antrag im Parlament überrundet.
Vollends abgehängt wurden die Rüsselsheimer Linken dann, als die Antifa im September 2011 das Ehrengrab für das NSDAP-Mitglied Köbel öffentlich kritisierte. Ein Sprüchlein für die Presse und konsequentes Schweigen in den Parlamentsdebatten dazu, offenbarten nicht nur, dass den örtlichen Linken ziemlich egal ist, welche politischen Initiativen die Linken im Landtag starten, sondern auch, dass in Rüsselsheim auf eigene Rechnung gearbeitet wird.
Derart ins Hintertreffen geraten, legten dann die RFFW und sogar die CDU Anträge gegen Walter Köbel vor, ohne das die Liste Solidarität/Die Linke ähnliches vorlegen wollte. Zwar änderte in 2012 die Liste etwas ihre Linie, blieb sich aber treu dabei, bloss keine Antifa-Themen ganz oben auf der Tagesordnung zu haben.
Mit der Vorlegung der Studie von Sabine Kühn, diese Studie hatte die Antifa bereits im Mai 2011 gefordert und den anstehenden Wahlterminen, versucht sich die Liste Solidarität/Die Linke jetzt, nach bekannter sozialdemokratischer Manier, an die Spitze der NSDAP-Köbel-Gegner zu stellen.
Glaubwürdiger wäre es gewesen, spätestens im September 2011 mit der Bekanntmachung des Ehrengrabes für einen Nazi, offensiv für „die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln“ vor Ort in der Kommunalpolitik einzutreten. Der Antrag kommt also für die Linken nur 17 Monate zu spät.

Die Köbel-Studie belegt allerdings auch, dass Köbel Teil des faschistischen Unterdrückungsappartes war. Dies gilt nicht nur für seine Tätigkeit am Posener Oberlandesgericht im Jahr 1944 . Der Nazijurist Köbel war bis 1945 dabei, bei faschistischer Justiz und Verwaltung.
Und das sind noch immer nur Bruchstücke seiner Nazivergangenheit!

In Rüsselsheim werden Antifaschisten vergessen, Nazis gepflegt und umsorgt

Erst kürzlich durfte die Rüsselsheimer Öffentlichkeit erfahren, welche Tragödie die Familie des Opel-Widerstandskämpfers, Walter Rietig, durchlitten hat. Eine städtische Ehrung blieb selbstredend aus.
Beim NSDAP-Mitglied und Bürgermeister bis 1965, Walter Köbel, wird nicht nur geehrt und gerühmt (Großsporthalle, Büste, Ehrengrab, Porträt im Rathaus …), sondern die Familie des Bürgermeisters, nicht nur von der SPD, nein, auch vom CDU-Oberbürgermeister einfühlsam umhegt. Dagegen hat die Rüsselsheimer Antifa in einer Presseerklärung protestiert.
Die wurde im Rüsselsheimer Echo ziemlich sinnentstellt. In der Main-Spitze blieb die Erklärung bisher unveröffentlicht.
Von den Antifas ist dazu die Auskunft zu bekommen, dass „der CDU-OB jedes Fingerspitzengefühl im Umgang mit der Nazivergangenheit von Köbel verloren hat“. Wer nach anderthalb Jahren, die nicht in Rüsselsheim wohnende Familie, des NSDAP-Juristen vor der Rüsselsheimer Bevölkerung informiere, gleichzeitig aber den 70. Jahrestag der Hinrichtung von Walter Rietig durch die Nazis, ohne eine städtische Erinnerung, geschweige den einer Anteilnahme für die Familie des Widerstandskämpfers, verstreichen lasse, der „legt deutlich Zeugnis ab, welche politische Gewichtung ihm am Herzen liegt“.
Das politische Schauspiel, was mit „NSDAP-Köbel“, vor allem von CDU, Grüne und SPD getrieben wird, ruiniert nach dem NPD-Aufmarsch am 1.Mai 2007 in Rüsselsheim, erneut die öffentliche Wahrnehmung der Stadt.
Die Antifa schätzt ein, dass mit der Verschiebung der Vorstellung der Studie über Köbel Zeit gewonnen werden solle, vor allem für CDU und SPD. Der CDU-OB „hat genügend andere städtische Probleme und keine Mehrheit“, deshalb habe die selbst „stark nazibelastete CDU mit ihrem Antrag die Köbelhalle umzubenennen der SPD nur die Folterwerkzeuge gezeigt“. Außerdem weiß die Antifa, dass „die SPD viel für die Familie Köbel tut, was wir als Vertuschungsversprechen bezeichnen“. Mit dem öffentlichen Zugehen auf die Köbel-Familie will CDU-Burghardt sich „außerdem ein kommunalpolitisches Wohlwollen bei der SPD sichern“. Deshalb waren auch die Grünen, als SPD-Koalitionspartner „so empört“, weil man natürlich befürchte, dass „die Felle davonschwimmen“. Die Grünen wiederum würden, wie bereits im OB-Wahlkampf 2011, den Fall Köbel nur dafür nutzen, um „Wahlkampf für den bevorstehenden Landtagswahlkampf und ihren Kandidaten Dreiseitel zu machen, ohne jemals bei Köbel richtig zu Potte zu kommen“.
„CDU-OB Burghardt hat jedenfalls alle Angehörigen der Verfolgten des Naziregimes, mit seinem öffentlichen Kuscheln mit der Köbel-Familie, zutiefst beleidigt. „Das Stadtoberhaupt hat in dieser repräsentativen Frage voll versagt“, so die Antifa-Leute.
Dennoch will die Antifa eine weitere Ehrung des Nazijuristen Dr. jur. Köbel nicht unwidersprochen hinnehmen.

Rüsselsheimer CDU-OB will Studie zu NSDAP-Köbel als Erster präsentiert bekommen

UPDATE: Nicht termingerecht abgeliefert und aus Verantwortung der Familie Köbel (!) gegenüber, so der CDU-OB in seiner Begründung für die Absage.

Was sich der Rüsselsheimer Magistrat seit mehr als anderthalb Jahren im „Fall Köbel“, ein Mann mit NSDAP- und späterer SPD-Mitgliedschaft leistet, ist nicht nur schlechtes Theater, sondern eher eine ganz billige Soap-Opera.

Wurde noch vor wenigen Tagen eine „Präsentation“ der Untersuchung von Sabine Kühn im Rathaus angekündigt, folgt jetzt postwendend die Absage. Kein geringer als der CDU-OB Burghardt unterbindet die für kommenden Mittwoch vorgesehene öffentliche Präsentation der wissenschaftlichen Arbeit.
Damit leistet OB Burghardt den Grünen und der SPD einen Bärendienst. Nachdem SPD und Grüne ab 2011 alles unternommen haben um jede Aufklärung über die Nazi-Vergangenheit des SPD-Bürgermeisters Köbel zu verhindern, brachte die CDU sogar einen Antrag zur sofortigen Namensänderung für die Köbelhalle ein.
Allerdings waren solche Vorstöße, genauso wie der Grünen-Antrag 2011 eine Untersuchung zu Köbel zu veranlassen, nie das Papier wert auf dem es stand. Der Grünen-Antrag wurde sogar einstimmig beschlossen, nur ein Jahr lang passierte nichts. Auch die Linke-Fraktion im Stadtparlament zeigte deutliches Desinteresse.
Wenn sich jetzt die Grünen so sehr über das Vorgehen des OBs aufregen, ist dem nicht sonderlich viel Aufmerksamkeit zuzumessen, weil sie ihrem eigenen Antrag aus Juni 2011 nicht zur Umsetzung verhalfen. Damals noch in komfortabler Mehrheit mit der SPD im Magistrat. Dass die SPD als „Hauptbetroffene“ kein Interesse an der Aufklärung ihres Spitzenmannes bis 1965 hat, versteht sich von selbst. Blamiert haben sich nicht nur Meixner-Römer als SPD-Kandidatin für das OB-Amt, sondern auch gleich der neue SPD-Hoffungsträger Nils Kraft.
Hinter dem peinlichen Agieren des Oberbürgermeisters steht wahrscheinlich altbackenes Denken, als Erster informiert werden zu müssen, und dabei noch möglichst viel Schaden für die eigenen CDU-Nazivergangenheiten abzuwehren. Mit der vorrangigen Information für OB und Magistrat hofft die CDU natürlich auf möglichst viel Munition gegen den politischen Gegner.
Eventuell kann die Studie gar nicht mehr liefern, als das, was Antifa und „Main-Spitze“ recherchiert haben. Vielleicht ist genau das durchgesickert? Dann würden SPD und Grüne sicherlich alles beim Alten belassen wollen.
Eben Rüsselsheim!

Das Echo hat auch gefunkt.

Zum Todestag des Opel-Widerstandskämpfers Walter Rietig

Noch rühmt der NSDAP-Mann und Bürgermeister Walter Köbel mit Sporthalle und mehr, die Stadt Rüsselsheim. Allerdings gab es während des Faschismus im Rüsselsheimer Opelwerk den Widerstandskämpfer Walter Rietig, den die Nazis vor 70 Jahren in Berlin-Plötzensee hinrichteten.
In der „Main-Spitze“ wurde darüber berichtet, die Antifa ehrt Walter mit einem Flugblatt. Erster Artikel der Msp.

Eine offizielle Ehrung von Walter Rietig gab es wieder einmal nicht.

Bundestag debattiert nicht über Köbel (NSDAP), aber über andere Nazis

Im Bundestag wurde heute über den Umgang mit der Nazi-Vergangenheit in der BRD debattiert.
Nachdem zum gleichen Thema, eben zu Bürgermeister Köbel und seine Nazizeit äußerst kläglich im Rüsselsheimer Stadtparlament lamentiert wurde, wird hier der Redebeitrag des Linken-Abgeordneten Jan Korte dokumentiert.

Die Antwort auf die Große Anfrage der Linksfraktion zu den Nazikarrieren nach 1945 ist hier.

Akten wurden bei Nazis schon immer geschreddert, wie Jan Korte sagt.

Rüsselsheim: Adam-Opel-Denkmal bereit zur Demontage

Noch immer trägt die größte Rüsselsheimer Sporthalle weiter den Namen WALTER KÖBEL (Bürgermeister mit NSDAP-Mitgliedschaft u. a. m.), da macht die Rüsselsheimer
ANTIFA eine neue Nazi-Altlast bekannt.
Das bundesweit bekannte Denkmal für den Gründer der Adam-Opel-Werke vor dem Rüsselsheimer Hauptportal ist von einem Frankfurter Bildhauer mit Nazi-Hintergrund geschaffen worden. Emil Hub, so heißt der Mann, hat nicht nur 1937 den 4,5 Tonnen schweren und überlebensgroßen Opel in unternehmerischer Führerpose gestaltet, sondern, weil er wohl schon gerade dabei war, auch noch Büsten von Adolf Hitler. Die „Führer-Büsten“ stellte Hub, der an allen „Kunstausstellungen“ der Nazis in München beteiligt war aus, und verkaufte die auch. Hub, konnte seinen Nazi-Kitsch auch an so prominente Nazis wie Goebbels verkaufen. Von dem kassierte er 12.000 RM, das wären nach heutiger Währung ca. 120.000 Euro!
Die ANTIFA will jetzt, dass an dem Denkmal die Nazi-Affäre des Bildhauers auf einer Informationstafel öffentlich gemacht wird, weil bisher die Geschichte des Denkmals „verfälscht“ dargestellt werde.
Von der ANTIFA ist auch zu vernehmen, dass sich die Antifaschist_innen auf einen langen Kampf gegen die fortbestehende Ehrung von Walter Köbel (der mit der Nazi-Vergangenheit) einstellen, und man genügend Material habe, zu jeder passenden Gelegenheit die Finger in die Wunde Faschismus zu legen.

Die Lokalpresse: Das Rüsselsheimer Echo (hier fällt schon mal der Nazibegriff für die Ausstellungen in München hinten runter)

Und hier präsentieren sich zumeist in den Kommentaren Rüsselsheims „geistige Elite“ in der Main-Spitze.

Ab in die Sommerpause mit Köbel (NSDAP/SPD)

Am 28. Juni hat eine Mehrheit von SPD, Grüne und Linke/Liste Solidarität dafür gestimmt, den Namen an der größten Rüsselsheimer Sporthalle zu belassen. Genau das Gegenteil war Sinn eines CDU-Antrages, der die sofortige Entfernung von Walter Köbel aus dem Rüsselsheimer Stadtbild forderte.
Damit bleibt das NSDAP-Mitglied und Nazijurist, Dr.Walter Köbel, den RüsselsheimerInnen auf unbestimmte Zeit als überregionales Aushängeschild werbewirksam erhalten.

In der Debatte um die Person von Walter Köbel wurde allerdings deutlich, dass bei den Stadtverordneten nicht nur eine Unkenntnis über Nazijuristen im Faschismus herrscht. Gleichfalls wurde deutlich, dass der unausgesprochene Wunsch nach einem Faschismus ohne Judenvernichtung u.ä.m., bei dem der frühere Bürgermeister eben dabei war, herbeigesehnt wird.
Dafür kann es in Rüsselsheim die Absolution für den Nazi Dr. Walter Köbel geben. Eingedenk der Möglichkeit, dass dem Nazijuristen auch wegen zerstörter Dokumente eventuell keine „individuelle“ Schuld nachgewiesen werden könnte. Dies ist beispielsweise für die Tätigkeit Köbels am Darmstädter Landgericht der Fall.
Faschismus ist in Rüsselsheim eben nicht eine extreme terroristische Herrschaftsform, sondern nur ein System mit gewissen Auswüchsen, an denen aber nicht alle mitgemacht haben. Auch nicht die Nazijuristen!

So wurde auch von Stadtverordneten eröffnet, dass der angestrebte Diskurs in Rüsselsheim auch zu dem Ergebnis führen kann, dass die Verherrlichung des Nazis Walter Köbel bestehen bleiben könnte. (mehr…)